sich. Eine Zusammenarbeit war bei der Verschiedenartigkeit der moralischen Grundsätze nicht möglich.
Während die Roten eine Zusammenarbeit mit der SS gegen die Häftlinge aus politischen und moralischen Gründen grundsätzlich ablehnten, waren die Grünen indessen von geringen Ausnahmen abgesehen immer gern bereit, wegen vorübergehender Vorteile alles gegen die Häftlinge zu tun, was die SS von ihnen verlangte. Sie dachten nur an das Heute, nicht was morgen sein könnte. Sie waren hemmungslose Egoisten, asoziale und antisoziale Elemente, rücksichtslos und brutal in der Sicherstellung ihres eigenen Ichs. Sie wollten auch im Konzentrationslager nichts entbehren. Sie wollten nicht hungern, sie wollten nicht nur genügend Brot, sondern auch Butter und Wurst. Sie wollten auch Rauchwaren, gute Kleidung und keine Arbeit.
Das konnten sie nur mit Hilfe der SS erreichen, und sie scheuten sich nicht, ihren Henkern von gestern oder von morgen die Hände zu küssen und ihnen in allem willig zu sein.
Die Roten hingegen, politisch bewußte Menschen, hatten in allem völlig entgegengesetzte Auffassungen. Alle waren Häftlinge, die durch willkürliche Maßnahmen einer verbrecherischen Staatsführung eingesperrt und festgehalten wurden. Alle waren gleiche Leidensgefährten, alle mußten unter dem brutalen Blutterror der SS schwer leiden. Der gemeinsame Feind war die SS. Gegen diesen gemeinsamen Feind mußten sie zusammenstehen, alle, einer wie der andere. Mit den Henkern gab es kein Paktièren, soweit es sich gegen die Häftlinge richtete.
Vorarbeiter sollte es ruhig geben, Vorarbeiter, die die Ungeschulten zur Arbeit anleiteten. Aber Vorarbeiter als Antreiber mit dem Prügel in der Hand, das lehnten die Roten mit Recht ab, das war ein blutiges Handwerk für die SS - Henker, aber niemals durfte sich ein Häftling dafür hergeben. Und die Grünen haben fast alle gemeine Bütteldienste geleistet. Darum ist es heute eine Ehrenpflicht, ja eine Ehrenschuld aller politischen Konzentrationäre gegenüber allen mißhandelten Häftlingen durch Häftlinge, alle diejenigen mit strenger Rücksichtslosigkeit zur Verantwortung zu ziehen, die ihre Machtstellung im Lager mißbrauchten und wehrlose Häftlinge niederschlugen.
Viele von diesen Bütteln haben Tausende von Häftlingen gewissenlos hingemordet, andere zu Krüppeln geschlagen.
Sie für diese Taten genau wie die SS - Henker büßen zu lassen, ist nur ein Akt der Gerechtigkeit.
In Ravensbrück mußten die wenigen Politischen sich mit den gegebenen Verhältnissen abfinden. Sie konnten sich nicht abschließen, wie in anderen größeren Lagern, sie mußten, wollten sie Mißstände und Uebergriffe der Häftlinge beseitigen, mit den Grünen verhandeln und sie zu beeinflussen versuchen.
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