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Lagerälteste, Blockälteste und besonders als Vorarbeiter. Vorarbeiter sollten brutale, skrupellose, schwere Jungens sein, die sich kein Gewissen daraus machten, wenn die Prügel einmal danebengingen und der Häftling tot liegenblieb.

Diese Voraussetzungen brachten die Roten nicht mit, und da sie sich zu Bütteldiensten nicht hergaben, war ihre Teilnahme an den eigentlichen Machtstellungen im Lager gering. Wenn sich wirklich unter den Roten ein­mal einer fand, der sich als Büttel mißbrauchen ließ, so stellte sich bald heraus, daß es sich gar nicht um einen Ueberzeugungstäter, nicht um einen politisch bewußten Menschen handelte, sondern um einen Mann, der aus Gefälligkeit oder aus anderen völlig unpolitischen Gründen in ein Hoch­verratsverfahren oder in irgendeinen politischen Prozeß verwickelt wor­den war.

Ich habe eine große Anzahl Häftlinge mit roten Winkeln kennengelernt, die von sozialistischen Problemen nicht die geringste Ahnung hatten, die aber als Hochverräter zu langen Zuchthausstrafen verurteilt worden waren. Sie hatten vielleicht aus Neugier einmal Flugblätter gelesen und aus Dummheit weitergegeben, oder ein paar Groschen nicht immer aus Soli­

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für

darität, sondern oft, um den lästigen Arbeitskameraden loszuwerden politische Gefangene gespendet. Auch ehemalige Nationalsozialisten, SA und SS trugen rote Winkel, Männer, die sich mit nichtdeutschen Frauen eingelassen hatten, die Meckerer, die Auslandsrundfunkhörer, Fremden­legionäre, Aktionsgefangene, alle Ausländer und noch viele andere, alle trugen sie den roten Winkel, obwohl die meisten unter ihnen sich mit politischen Fragen nie ernstlich beschäftigt hatten.

So kam es auch, daß die wirklich politischen Häftlinge oft mit unlieb­samen Vorkommnissen belastet wurden, für die sie nicht verantwortlich gemacht werden konnten, weil die Täter keine politischen Menschen

waren.

Ich habe unter den wirklich bewußt politischen Häftlingen nicht einen gefunden, der gegen den Solidaritätsgedanken verstoßen oder sich nicht für das Wohl und Wehe- der Häftlinge verantwortlich gefühlt und ein­gesetzt hätte.

Ihre Arbeit im Lager war immer eine politische. Und wenn sie eine Machtstellung unter den obwaltenden außerordentlich schwierigen Bedin­gungen angenommen hatten, dann nicht ohne vorherige Rücksprache mit den politischen Freunden, die ständig die Kontrolle führten. Sie über­nahmen die schwierigen Posten nur dann, wenn Aussicht bestand, die Lage der Häftlinge zu verbessern.

, Ravensbrück wurde nach wie vor von den Grünen, von Zuhältern und anderen schweren Jungen beherrscht.

In anderen und größeren Lagern bestand keine Gemeinschaft zwischen Grünen und Roten. Die Grünen lebten für sich, und die Roten lebten für

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