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Die braune Apokalypse : Erlebnisbericht eines ehemaligen Redakteurs der Arbeiterpresse aus der Zeit der Nazityrannei / Conrad Finkelmeier ; mit Sonetten von Marga Pfeiffer
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Lagerältesten und des Lagercapos im Kreise herum wie die Polen , Tschechen, Juden und sprachen im Sprechchor die Worte des Lagerältesten nach: ,, Wir sind faule Schweine und verdienen, geprügelt zu werden." Ebenso ließen sie sich nachts aus dem Bett auf die Lagerstraße treiben, wo sie stundenlang. bei Schnee oder Regen stehen oder exerzieren mußten.

Die beiden Schurken in Häftlingskleidung, der Lagerälteste Leonhardt und der erste Lagercapo Schnell, beides ehemalige Nationalsozialisten, die wegen irgendwelcher Betrügereien in der Partei von ihren ehemaligen Partei­genossen ins Lager gesperrt worden waren, waren mit einer Handvoll Vor­arbeitern aus der niedrigsten Verbrecherwelt, die sie sich als willige Work­zeuge für ihre verbrecherischen Zwecke aus den Häftlingsreihen heraus­gesucht hatten, der dunkle Schrecken des Lagers.

Alle Arbeiten mußten im Laufschritt gemacht werden, gleichgültig, um welche Arbeiten es sich handelte, ob an der Lore, ob beim Lastenschleppen, ob beim Transport von Baumstämmen oder Baumaterial. sinnigen Maßnahmen Maßnahmen waren nicht einmal die recht Angehörigen gekommen. Sie wurden erst auf Vorschlag Verbrecher Leonhardt und Schnell von der SS angeordnet. Fast täglich wurden Tote oder zu Krüppeln geschlagene Häftlinge von der Arbeits­stätte ins Lager zurückgebracht. Die einen waren mit und auch ohne Assi­stenz der SS durch die Postenkette geprügelt worden, andere wieder mußten ins Moor, bis sich der braune Schlamm über ihren Köpfen schloß.

Auf diese un­primitiven SS. dieser beiden

Abends nach Arbeitsschluß holten sich die beiden Lagergewaltigen einen der einfältigen SS - Männer und ließen das ganze Lager stundenlang exer­zieren oder sie gingen mit dem SS- Mann auf die Blöcke, um Gericht abzu­halten über Häftlinge, die von den Vorarbeitern als ewige Sünder wider die SS - Anordnungen bezeichnet wurden. Da bekam eine Anzahl fünfundzwanzig Stockhiebe, andere wurden für den nächsten Tag vom Vorarbeiter notiert, der sie zu Mittag nicht mehr lebend ins Lager zurückbringen durfte, andere wieder wurden gebadet", das heißt, mit einem kalten Wasserstrahl so lange. auf die Herzgegend traktiert, bis sie tot zusammenbrachen.

Im Revier herrschten die grauenhaftesten Zustände. Dort ließen sich die ausgefressensten Grünen pflegen, während die wirklich Kranken und Schwachen im Vorraum und vor der Baracke herumlagen und starben. Häft­lingsärzte gab es hier nicht. Laien stellten die Diagnose und ordneten die ..Behandlung" an. Zwei tüchtige Häftlingsärzte, zwei Tschechen, mußten im Kommando arbeiten, der eine in der Kartoffelschälküche und der andere bei Planierungsarbeiten. Man hielt diese beiden Aerzte dem Revier fern, um un­gestört mißliebige Häftlinge durch Injektionen beseitigen zu können. Das war Ravensbrück , eine Stätte des Grauens und des Todes, Hier galt es, Ordnung zu schaffen.

Unter den achthundert Häftlingen aus Buchenwald war eine große Anzahl politischer Häftlinge. Es war ihre Pflicht, aus diesem Mordbetrieb, den

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