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Goethe in Dachau : Literatur und Wirklichkeit / Nico Rost ; aus dem Holländischen übersetzt von Edith Rost-Blumberg
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( St. scheint übrigens im russischen Feldzug auch Flecktyphus gehabt zu haben!) Während mich zum Beispiel Strindberg durch seine Unausgeglichenheit und seinen Verfolgungswahn irritiert, während Dostojewski mir viel zu tief bohrtwas ich hier nicht vertragen kann, besitzt Stendhals Werk die Bewegtheit durch geniale Sachlichkeit, nach der ich, als Ge­gengewicht zu der hiesigen Hölle, mit beiden Händen greife.

Nach dem Appell

Rheinhardt hatte heute ernsten Krach mit seinem Oberpfle­ger. Die Sache konnte durch Drosts Vermittelung glücklicher­weise eingerenkt werden, doch ich fürchte, daß es in einigen Tagen wieder schiefgehen wird.

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An R.s Arbeit ist bestimmt nichts auszusetzen, aber er ist immer noch zu unterwürfig, und das darf er- besonders La­gerprominenten gegenüber ganz und gar nicht sein. Wir müssen ihren großen Mund ebenso großmäulig beantworten- anders ist man hier verloren. Rheinhardt ist innerlich natür­lich absolut nicht servil, aber er darf es hier äußerlich, auch dem Schein nach, ebenfalls nicht sein.

Ich werde morgen noch einmal ausführlich über diesen Punkt mit ihm reden.

Spät abends

Ich bin ,, befördert"! Dank meiner tschechischen Freunde auf der Schreibstube! Wurde ,, Revierläufer", bekomme eine Arm­binde mit dem Roten Kreuz darauf muẞ Gänge und Be­sorgungen im Lager machen: im Auftrag der Revierschreib­stube.

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Dadurch bin ich jetzt auch ,, offiziell" beauftragt, zweimal täg­lich sämtliche Blocks mit den Kranken- und Totenlisten abzu­laufen, um sie von den Blockältesten zeichnen zu lassen. Ich muß für Blutspender sorgen, morgens um halb sechs Ord­nungsdienst bei der Ohrenstation machen und abends die Zu­gänge ins Bad bringen.

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