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Goethe in Dachau : Literatur und Wirklichkeit / Nico Rost ; aus dem Holländischen übersetzt von Edith Rost-Blumberg
Entstehung
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3. Januar

Heute früh zum ersten Male mit Leutnant van L. gesprochen. Im Block 3, in Arthurs Stube. Er hatte Flecktyphus und ist noch sehr schwach, aber glücklicherweise über die Krise hin­weg. Ich brachte ihm Oblaten und einen Rosenkranz, Dinge, um die er gebeten hatte. Er wunderte sich sehr, daß gerade ich ihm diesen Wunsch erfüllte, da er gehört hat, ich sei ganz und gar nicht gläubig.

Er möchte auch gern etwas zu lesen haben. Ich werde ihm meinen kleinen Auswahlband Peguy bringen.

Nach dem Appell

War gerade wieder eine halbe Stunde bei van L. Irgendwie zieht es mich zu ihm. Er hat schwere Jahre hinter sich, viele wichtige Aufgaben erfüllt, wurde geprügelt und gefoltert, aber hat sich bei alledem eine jungenhafte Scheu bewahrt, ist kraftvoll und rein zugleich; im Grunde sehr ein­fach und auch für andere Meinungen offen und zugänglich.

Spät abends

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Gerade war D. hier und erzählte, daß Wiardi Beckman in Block 25 einen Quarantäneblock gesteckt worden ist. Er hat seinen Posten verloren, da wegen der Flecktyphusgefahr kein einziges Kommando mehr außerhalb des Lagers arbei­ten darf. Ich werde ihn also weniger sehen und sprechen kön­nen, will aber versuchen, den Kontakt mit ihm aufrechtzuer­halten.

4. Januar

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Wir das Personal vom Revier- sind heute gegen Fleck­typhus geimpft worden.

Die erste Injektion.

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