VOR DEN TRUMMERN EINER KIRCHE
Zerstörte Mauern schweigend aufwärts ragen,
4 Geborsten hält der Glockenturm noch Wacht; N Er will dem Himmel seine Leiden klagen:
Sein Antlitz brach in dieser Bombennacht.
Gestalt und Schönheit konnte man ihm rauben,
In Schutt und Asche liegt der heilige Ort.— Was kann der gottergebene Mensch noch glauben, Ward doch zerschlagen seines Gottes Hort?
Es weint die Seele an des Beichtstuhls Stätte, Und den Verlust beklagt der Freund der Kunst; Ein jeder spürt nun seines Schicksals Kette,
Des Lebens Wechsel, Qual, Verzicht und Gunst.
So wirkt der Kreislauf in dem ewigen Leben, Daß man am Ende auch vom Anfang hört: Was Menschenhände ihrem Gott gegeben, Von Menschenhänden ward es auch zerstört!


