Druckschrift 
Das eiserne Tor : Gedichte / Franz Heitgres
Entstehung
Seite
25
Einzelbild herunterladen

WAS WOHL EIN HERZ ERTRAGEN

MAG

Erst in der Not zeigt sich der Mann!

Aus der Gefahr die Wege finden

Und alle Mühsal überwinden,

Beweist dem Tüchtigen, was er kann.

Doch hier bedarf es keiner Tat. Ich muß mein Schicksal still ertragen; Denn alles, was ich möchte wagen, Wird mir nur selber zum Verrat.

Des Grübelns Aussichtslosigkeit Erzeugt nur Pläne, die miẞglücken Und meinen Geist erneut bedrücken Mit dem, was dann daraus gedeiht.

Hier heißt es seelisch stark zu sein, Der Schwermut sich nicht hinzugeben, Daß alle Sinne hoffend streben: Bald bin auch ich nicht mehr allein!

Wie leicht gesagt, wie schwer getan, Es sind die Menschen grundverschieden: Der eine gibt sich schnell zufrieden, Den andern treibt ein irrer Wahn.

Wo jeder auf sich selbst hier steht, Zeigt sich die Eigenart der Geister.- Hier wird nicht der des Schicksals Meister, Der draußen groß durchs Leben geht!

Doch wer ist stark und wer ist schwach? Die Fragestellung ist nicht richtig, Denn hier ist einzig ja nur wichtig, Was wohl ein Herz ertragen mag.

25