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Kontakte : Erzählung / von Alfred Mühr
Entstehung
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95
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Unglück eine Sendung. Sie wurden ganz still, die alten Leute, als das Schicksal immer näher kam. Sie waren so gefaßt, wie ich einmal gefaßt sein möchte. Siebzig Jahre zu sein und auf den rettenden Tod zu warten, das ist keine Kleinigkeit. Sehen Sie, Herr Pater, das müßte man musizieren. Das könnte auch die Wand zwischen Unsinn und Sinn abtragen helfen. Vielleicht würden dann auch mehr Leute Musik hören. Alles, was uns umgibt. Die Schrecken und die stumme Seligkeit, die Ängste und das Hosianna, das müßte man in die Musik hineinbringen. Nicht nur die An- klagen, nicht nur die Proteste, sondern so, wie einzelne es bezwangen, wie sie es überwanden, das wäre Musik aus der Seele und dem Glauben dieser Zeit.

An der Tür klopfte es. Der Gascogner trat herein. Hirsch stand auf, ruhig, ein wenig verlegen und weh- mütig zulächelnd dem Franzosen, dessen Gesundheit und Kraft in so krassem Gegensatz zu dem eigenen be- scheidenen Habitus stand. Der Pater bat zu bleiben. Hirsch schüttelte verwirrt sein Haupt und ordnete die dichten Haare, die während seines erregten Sprechens in Büschel auseinandergefallen waren.

Ich habe noch zu üben, sagte er mit leuchtendem Augenaufschlag unter einer trüben Stirn.

Darf ich Sie an die morgige Frühmesse erinnern? sagte der Pater.

Hirsch sah wie abwesend auf die Wände, an die Decke, auf das Fenster und auf den Fußboden und tippte dann mit dem Zeigefinger in den Raum. Hier war also wieder Messe?

Der Pater nickte.