Pater Victor begegnete dem düsteren Beispiel des Pianisten mit bedachtsamer Aussage: ,, Das habe ich zweimal in meinem Leben getan. Im ersten und im zweiten Weltkrieg."
,, Mit der Chance, die Eltern zweimal wiederzusehen. Ich habe keine Chance." Hirsch zog die Beine dicht an sich, daß es ihm weh tun mußte, so drückte er sie an den hölzernen Rand der Lagerstatt. Die Hände drückte er an die Schenkel. Er wollte sein Fleisch spüren, er wollte sich seines Lebens vergewissern: ,, Bei mir ist die Welt seit heute in zwei Teile zerfallen, und beide Teile sind Höllen. Drüben sind meine Eltern. Das ist das Niemandsland ohne Grenze. Hier bin ich mit Abruf. Mit Hoffnungen, die so albern und nicht zu erzählen sind wie Kinderträume. Wo wird sich nun das wahre Kreuz aufrichten, Herr Pater? Bei meinen Eltern oder bei mir? Und warum bin ich hier? Warum trennnt uns das Schicksal auf so läppische Weise? Warum trifft es die greisen Eltern und nicht mich zuerst? Nur, weil ich in einem anderen Stadtteil wohne? Was konnte ich tun, um ihr Los zu mildern? Was habe ich versäumt? Ich kann doch nichts anderes blieb meine Musik? Ich konnte nicht auf dem Tisch, den sie meinen Eltern belassen haben, Klavier spielen, denn die Ohren meiner Eltern waren schon lange auf die Häscher eingestellt. Aber seit Wochen horchten sie auf eine Musik, nicht auf meine Musik, sondern auf einen höheren Klang. Warum konnte ich ihnen diesen nicht geben? Verstehen Sie, Herr Pater, die Eltern horchten auf den Ruf von oben. Sie bereiteten sich mit Bedacht auf den letzten Weg vor. Sie sahen in ihrem
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