November und der zweiten eben stattgefundenen, würde mir helfen, die größen Schwierigkeiten zu überwinden. Diese Gedanken waren es, die mich bis zur Abfahrt mit der mir wohlbekannten Krankenschwester und während des Weges ins Heim beschäftigten. Nun bogen wir in unsere kleine Straße ein; jetzt öffnete sich das Tor der Kloster­mauer; wir hielten vor der Eingangstür. Da stand der Hausmeister Hermann mit seinem guten breiten Gesicht und bot mir die Hand zum Aussteigen. Er wollte etwas sagen, aber ich wehrte ab. ,, Noch nicht", bat ich ,,, sagen Sie auch allen Insassen, ich möchte ein paar Stunden Zeit für mich haben. Am Nachmittag will ich mit Herrn Lö­wenberger das Wichtigste besprechen, und heute abend um acht Uhr werde ich im großen Speiseraum allen ausführ­lich über das berichten, was ich die letzten Tage erlebte."

Das Zurückkommen war schwerer, als ich mir vorge­stellt hatte: Langsam ging ich die Treppe hinauf, die ich sonst immer nur in schnellstem Tempo auf- und abwärts jagte. Da war mein Zimmer: Nimm mich wieder in deinen Frieden auf, heilige Theresia! Auf der Schwelle blieb ich wie angewurzelt stehen: Ein Blumenmeer auf der Kommode und dem Schreibtisch empfing mich. Leise schloß ich die Tür hinter mir und trat näher. Zwischen den Blumen lagen zierlich gebunden Wäsche- und Kleidungsstücke! Meine mühsam bewahrte Fassung verließ mich, aber ich war allein und konnte meine Tränen ruhig fließen lassen. Es tat gut, sich einmal nachzugeben. Ich legte mich auf mein Bett und fühlte, wie sich die schreckliche Spannung, in der ich die ganze vergangene Woche gewesen war, löste. Die Glocke, die zum Essen rief, ertönte, aber ich hatte keine Lust hin­unterzugehen, spürte auch keine Neigung, etwas zu essen. Da klopfte es leise an meine Tür, und noch ehe ich ,, Her­ein" rufen konnte, tat sie sich auf. Frau Nehm mit einem großen Teebrett kam leise herein. ,, Heute müssen Sie sich's gefallen lassen, daß Sie etwas Besonderes bekommen; es geschieht mit dem Wissen und der Billigung aller Insassen.

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