beitet als die Garantiepermits, und es wäre wirklich ein besonders glückliches Zusammentreffen gewesen, wenn beide gleichzeitig eingetroffen wären. Und es würde ja auch ganz gleichgültig gewesen sein, wenn nicht eben der Krieg wie eine große dunkle Falltür sich zwischen uns und die lockende Freiheit zu schieben drohte.

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Da zeigten sich schon die ersten Häuser unseres lieben Dorfes, das so friedlich im Abendsonnenschein vor mir lag! Da war der Gutshof mit der Haltestelle, und da stan­dest Du, um mich in Empfang zu nehmen, wie immer in all den Jahren, wenn ich aus der Stadt zurückkam! Wir haben auf dem kurzen Weg zu unserem Häuschen nicht viel gesprochen, ich weiß nur, daß ich Dich bat, Dich für alle Fälle darauf einzurichten, am kommenden Morgen in die Stadt zu fahren, um Dir das Visum zu holen. Du ver­sprachst, es Dir zu überlegen. Und da war das alte, ver­fallene Gartentürchen und der liebe, ganz überwachsene Garten mit dem wunderlich verbauten hölzernen Häuschen und seinem mächtigen Schornstein. Aus dem Wohnzimmer­fenster leuchtete der Lampenschein, und Tilla, die gute Freundin, die ihre Ferien bei uns verlebte, stand auf der Schwelle der Veranda, um mich zu begrüßen.

Am nächsten Morgen wurden wir durch starkes Klopfen geweckt. Du liefst schnell hinaus und kamst mit einem Telegramm von unserem Sohn Peter zurück. ,, Schnellste Abreise notwendig, eventuell muß Vater allein reisen." Ich atmete auf. Diese Worte würden Dich bestimmen, ohne mich zu fahren. Zuerst weigertest Du Dich. Du wiesest mich darauf hin, daß wir uns versprochen hatten, wir beide wenigstens wollten uns nicht trennen. Ach, als wenn ich das vergessen hätte! Aber diese Situation konnten wir nicht voraussehen. Ich beschwor Dich, wir dürften jetzt nicht an uns, sondern nur an die beiden Kinder denken, an Peter, den knapp Achtzehnjährigen, dem man helfen mußte, von der Farmschool, auf der er sich nicht wohl fühlte, fortzukommen und eine Stellung in der Landwirt­

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