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Nur vierzehn Tage : ein Tatsachenbericht / Walter Schumann
Entstehung
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Jene edelmenschlichen Dichter und Denker haben damals Deutschland in der ganzen Kulturwelt Ehre und Ansehen verschafft; die Schreier, Poli­tiker und Krieger von heute bringen es in Schmach und Schande.

,, Sie scheinen ganze Arbeit zu machen, das muß ich schon sagen", be­merkte B. zu dem letzten Satz. Auch der Herr am Schreibtisch ihm gegen­über sah entsetzt zu mir auf, als er hörte, was ich da geschrieben hatte.

Das Wort Krieger" war von mir unglücklich gewählt. Das wurde mir jetzt bewußt; wahrscheinlich hätte ich es bei einer späteren Reinschrift ge­ändert. Denn ich meinte mit Krieger natürlich nicht den Frontsoldaten, der im guten Glauben an eine gerechte Sache sein Letztes für Deutschland her­gibt, sondern jene führenden Männer, die dem Volke nur noch das ,, Gefähr­lichleben" priesen, mit Vorliebe in Uniform umherliefen, sich möglichst kriegerisch gebärdeten und mit ihren Gedanken, Worten und Taten den Krieg herbeigezogen haben, teils bewußt, teils unbewußt. Das freilich konnte ich den Herren von der Gestapo nicht sagen; es hätte mir nur noch mehr geschadet.

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Ich sagte nur, auch das, was ich hier niedergeschrieben habe, seien meine persönlichen Gedanken, die mir niemand verbieten könnte. Und es war bei allem Ernst doch so etwas wie eine stille Freude in mir, daß ausgerech­net dieser Zettel zu den Akten der Gestapo kam. So sollten diese Herren einmal vernehmen, wie mancher Deutsche, der sein Vaterland nicht weniger liebt, so ganz anders denkt als sie, dem es aber bei schweren Strafen ver­boten ist, sein Herz zu offenbaren.

Als B. jetzt wieder in abfälligem Ton von meiner Gesinnung sprach, die aus diesen Niederschriften hervorgehe, legte ich meinen Standpunkt näher dar:

Wie ein Mensch sich auf die Dauer Ehre, Ansehen und wahres Glück nicht durch äußere Mittel erzwingen kann, nicht durch Macht, Gewalt und Geld, sondern allein durch innere Werte, durch Seelenadel und edle Mensch­lichkeit, so kann sich auch ein Volk diese höchsten, allein erstrebenswerten Güter nicht durch Propaganda, nicht durch Militärmacht und nicht durch kriegerische Eroberungen verschaffen. Von dem kleinen, machtlosen und politisch unbedeutenden Weimar des Herzogs Karl August strahlte ein Glanz in die Welt aus, der Jahrhunderte, vielleicht wirklich Jahrtausende überdauert. Vornehme Engländer sind damals ehrfürchtig zu dem großen Goethe gepilgert und ein Napoleon, der Herrscher von halb Europa , stand

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