allerdings seine Braut, die im Dritten Reich noch 2 davon in Betrieb hielt. Ein Auge verlor er seinem Erzählen nach bei einer Messerstecherei. Davon stammten auch einige Narben und genähte Stellen an seinem Körper. Auf Grund seiner außergewöhnlichen Körperkraft war er in seinem ganzen Bezirk bei der Polizei sehr gefürchtet. Unangenehm war für ihn, daß ausgerechnet ein Polizist aus dem Gebiet Aachen - Köln hier im Lager als Kriminalsekretär der politischen Abteilung fungierte. Dieser kannte Collinet ebenfalls von draußen, kannte seine Umgebung und seine Frauen. Er war es, der ihn im Krankenbau gemeinsam mit Dr. Hooven vernahm und veranlaßte, daß das Kesseltreiben sofort gegen ihn aufgenommen wurde. Die Folge davon war, daß Collinet auf Befehl der Lagerführung in die Strafkompanie und damit in den Steinbruch versetzt wurde. Lederschuhe mußte er abgeben, sie wurden ersetzt durch schwerste Holzschuhe, damit er so schnell wie möglich wunde Füße bekommen sollte. Da er trotz seiner zweifelhaften und nicht gerade einwandfreien Vergangenheit hier im Lager ein sehr guter Kamerad war, wurde er von vielen unterstützt und auch illegal verbunden. Vollkommen klar war, daß ein Aufsuchen des Krankenreviers durch ihn von Dr. Hooven sofort dazu benutzt worden wäre, ihn aufzunehmen, was dann bestimmt seinen Tod bedeutet hätte. Erst als seine Wunden immer größer wurden und Dr. Hooven gerade in Urlaub war, hatte ihn der Revierkapo Walter Krämer als Kranken aufgenommen. Walter Krämer erzählte mir später über die weitere Entwicklung des Falles Collinet folgendes:
,, Als Dr. Hooven vom Urlaub zurückkehrte, verschwieg ich ihm die Aufnahme Collinets. Mit dem Wiedererscheinen des Doktors hatte ich Collinet zu verstehen gegeben, daß es an der Zeit sei, hier zu verschwinden, wenn er auch noch nicht ausgeheilt sei. Entweder verstand er mich nicht oder begriff nicht die Schwere seiner Situation. Er blieb trotz meiner Warnung im Krankenbau. Am 3. Tage
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