außerhalb des elektrisch geladenen Drahtzaunes ging gelangweilt seine 3 Schritt vor- und 3 Schritt rückwärts.
Auf einmal stutzte er. Auch wir horchten auf! War dies nicht ein Schuß? Noch mitten im Nachdenken fiel ein zweiter, ein dritter in weiter Ferne. Von den nachfolgenden klangen manche hohl und bei einigen war ein mehrfacher Widerhall zu hören. 47 haben wir gezählt!
Was spielte sich da drüben ab, welche furchtbaren Szenen? 21 Menschen! Veranstaltete man vielleicht mit ihnen eine Hasenjagd?
Sie waren in den Steinbruch geführt worden. Hatten vom oberen Rand aus den Befehl bekommen, einen groBen Stein aufzunehmen und nach der Rampe zu tragen. Als sie sich auf halbem Wege mit ihrer schweren Last der Rampe näherten, krachten auf einmal Schüsse. Sie ließen die Steine fallen und suchten Deckung im großen Loch des Steinbruchs. Nichts half. Die Schüsse krachten von allen Seiten. Von rechts, von links, von hinten, von vorn, wohin sie auch sprangen, überall pfiffen die Kugeln und wirbelten den Muschelkalk vor ihnen auf, bis einer der Schüsse sie zur Strecke brachte. Einige riefen den Schützen noch ,, Mörder" ,,, Bluthunde" entgegen, und dann war alles ruhig. Verstreut lagen die 21 im Gelände des Steinbruchs. Das Blut floß aus ihren Körpern in kleinen Pfützen zusammen. Viele zeigten Kopfschüsse und waren entsetzlich entstellt. Manche waren schwer verletzt und lagen stöhnend mit verkrampften Gliedern auf der kalten Erde. Konnten sie noch hoffen?
Aus allen Ecken, Winkeln und Verstecks kamen die Mörder hervorgekrochen. ,, Das hatte mal wieder geklappt!" Für jeden Kopf 10 Mk. Heute konnten sie wieder ein Gelage geben.
Sie kontrollierten ihre Opfer. Diejenigen, die nicht tödlich getroffen waren, erhielten aus nächster Nähe den Fangschuß!
Jetzt stand noch eine Arbeit bevor. Die Erschossenen mußten in das bereitgestellte Auto verladen werden. Die
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