lang Aufräumungsarbeiten verrichten, bis es plötzlich hieß:„ Sofort das Lager verlassen!"
Jetzt mußte der Strauß die Wurst herausgeben. Es tut mir leid, Herr Oberscharführer. Sie stinkt zwar schon etwas, aber gefressen wird sie doch. Oder haben Sie bessere Verwendung dafür?" In meinem Ton lag grimmige Ironie und Verachtung. Ich hätte das Stück Unflat am liebsten genommen und in den Ofen hineingeschoben.
,, Mach, was du willst", meinte er. Er war auch ganz durchgedreht und bangte um sein kostbares Leben. Er machte sich aus dem Staube. Ich sah ihn nie wieder. Hoffentlich hat auch ihn die Vergeltung erreicht!
Man ließ alles liegen und stehen. Die Häftlinge fraßen auf, was noch da war an Eẞbarem und was ich ihnen zukommen ließ und dann ging's im Eilmarsch zum Bahnhof, wo wir in Viehwagen hineingepfercht wurden. Der vollgepropfte Zug dampfte in Richtung Landsberg ab. Bei Landsberg mußten wir aus dem Zug raus und unter strenger Bewachung zu Fuß weitermarschieren. Schlafen mußten wir im Wald. Die meisten hatten ihre Schlafdecke mitgenommen. So waren wir vor Kälte und Unbill einigermaßen, geschützt. Etwa acht Tage waren wir unterwegs. An einem Aprilmorgen trafen wir in Dachau ein. Bei strömendem Regen mußten wir lange stehen, bis wir auf die verschiedenen Blocks verteilt wurden. Ich kam auf Block zweiundzwanzig. Der Anfang vom Ende war gekommen.
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