zu bunt trieben und hatte mich einmal bei ihnen beklagt, als die Lebensmittelzuteilung ein viel zu geringes Gewicht aufwies.„ Ich habe Befehl, die mir überwiesenen Vorräte restlos den Häftlingen zukommen zu lassen, wie es die Speisekarte ausweist. Ich kann es nicht verantworten, weniger Zutaten als vorgeschrieben, zum Essen zu nehmen."
,, Du blöder Hammel, mußt du nicht auch Schwund verrechnen? Willst du vielleicht uns vorwerfen, wir wollten uns bereichern? Wir haben in unseren Büchern ein Manko auszugleichen. Zweifellos ist das dadurch entstanden, daß wir dir zu wenig Schwund abgezogen haben, als wir die Zuteilung an die Küche machten."
Ich begnügte mich dann mit einem geringen Gewichtsausgleich, den sie mir mürrisch zubilligten, überließ den Raubtieren die fetten Brocken, damit sie Ruhe gaben. Aber ich war von da an darauf gefaßt, daß sie mich bei nächster Gelegenheit selber fressen würden, da ich ihnen gewiß unbequem wurde. Ich bemerkte auch, daß Weidner und Romada mit dem Lagerführer Deffner gut Freund waren. Vermutlich ließen sie ihm die nötigen Kleinigkeiten aus dem Verpflegungslager zukommen. Mit dem Lagerführer Wilhelm hatten sie es nicht so gut verstanden. Ich glaube, der hatte größere Verpflegungsquellen zur Verfügung gehabt.
Da wußte ich, daß meine Tage in Kottern gezählt waren. Und wirklich, es dauerte nicht mehr lange, da wurde ich abgelöst und nach Dachau geschickt. Meine Binde als Kapo mußte ich abgeben. Immerhin war ich noch froh, daß ich wenigstens heil und ungerupft davonkam.
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