Blocks verteilt. Dann mußten die Kessel ausgewaschen und die Vorbereitungen für das Mittagessen getroffen werden. Um zehn Uhr wurde das Mittagessen schon ausgekellt, weil um elf Uhr bereits das Auto kam, um das Essen für die Außenkommandos in Empfang zu nehmen. Anschließend mußten wir sofort die Vorarbeiten für das Abendessen in Angriff nehmen, und nach dessen Fertigstellung hatten wir alle Hände voll zu tun, um die Lebensmittel und Zutaten für den nächsten Tag herzurichten. So verlief der Tag pausenlos in schwerer Arbeit. Von morgens drei Uhr bis abends acht Uhr war man auf den Beinen. Das konnte natürlich nur eine starke und kräftige Natur auf die Dauer aushalten. Daß man bei Kräften blieb, dafür sorgte man durch zusätzliche Kost. Man aẞ, so viel man wollte, verleibte sich da und dort ein Stück Fleisch oder Wurst ein und erhielt auch manchmal etwas besonders Gutes, wenn Reste aus der SS - Küche herüberkamen, die dann unter dem Küchenpersonal aufgeteilt wurden.
Der Küchenkapo merkte bald, daß ich geschickt und anstellig war und auch von der Kocherei etwas verstand. Er selbst war nicht fürs viele Arbeiten, er lief die meiste Zeit im Alkoholnebel umher. Nachdem ich also einen Monat lang am Kessel als Kesselmann gearbeitet hatte, setzte Wolf mich als Kolonnenführer ein. Als Kolonnenführer hatte ich sämtliche Kesselleute unter mir, sie mußten nach meinen Angaben und Anordnungen arbeiten. Ich wiederum bekam meine Instruktionen vom Küchenkapo.
Das Lager vergrößerte sich und damit die Küche. Wir brauchten mehr Personal, und wir Alten hatten Chancen, etwas zu werden. Ich genoß das besondere Vertrauen des Küchenkapos Wolf. Er sorgte dafür, daß ich zum Vizekapo und stellvertretenden Küchenkapo ernannt wurde. Ein äußeres Zeichen meiner neuen Würde war, daß ich von dem damaligen Lagerführer Jarolin die Erlaubnis erhielt, mir die Haare stehen zu lassen.
Einen Blick in den Küchenbetrieb. Wir hatten zwanzig große DreihundertLiter- Kessel in der Küche. Daneben in der SS - Küche zwei Herde und zwei Küblerpfannen. Zwei Heizer mußten die mit Kohlenfeuerung betriebenen Herde und Öfen versehen; für jeden Kessel war ein Kesselmann da. Ich hatte auch einen Kartoffelschälerkapo unter mir. Die Leute, die bei ihm arbeiteten, waren meist nicht ganz arbeitsfähige Häftlinge, Fußkranke oder sonst Leichtkranke; sie mußten Kartoffel schälen und Gemüse putzen. Neben der Küche
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