grasgepolsterten Wänden, damit das notwendige Licht einfällt. Es ist dunkel und muffig.
Mein Kamerad führt mich an eine Matte. Ein Mann liegt darauf. Ich stehe tief erschüttert, stoße einen Schreckensruf aus. Der Mann horcht auf, richtet sich empor, zittert vor Erregung an allen Gliedern.
Es ist ein Franzose, ein Arzt aus Le Havre . Ich spreche mit ihm, er ist überwältigt von der Begegnung, klammert sich an mich, stöhnt und redet wirr durcheinander.
Es hält schwer, mit ihm vernünftig zu sprechen. Ich merke, daß sein Verstand bereits verwirrt ist. Immerhin bekomme ich nach und nach ein Bild von seinem Leben im Urwald. Er ist vor Monaten mit einer Expedition in den Urwald eingedrungen. Zwölf Mann waren es. Sie haben Grauenhaftes erlebt. Einer nach dem andern kam um. Er als einziger Überlebender irrte durch den Wald weiter und drang bis hierher durch. Er hatte noch etwas Arzneimittel bei sich, kurierte damit ein paar Indios, die ihn wie einen ihrer Medizinmänner verehrten. Sich selbst konnte er nicht mehr helfen. Er war schwer krank, hatte Malaria und konnte fast nichts mehr sehen. Ich hatte einen schönen Vorrat Chinin und andere Medikamente in meinem Tornister. Der Arzt hatte alles aufgebraucht. Meine Arzneien belebten ihn zusehends; er erholte sich und kam innerlich mehr und mehr ins Gleichgewicht.
Ich blieb zwei Tage bei den Indianern. Es gelang mir, mich notdürftig mit meinem Kameraden Indio zu verständigen. Ich hatte alle möglichen Kleinigkeiten bei mir, die ich den Eingeborenen schenkte, und über die sie in eine unbändige Freude ausbrachen: ein Taschenmesser, einen Spiegel, Rot- und Blaustifte, Glasperlen. Auch eine Anzahl Tabletten gegen leichtere Krankheitsfälle. Ich belehrte meinen Kameraden über die Anwendung der Medikamente und hatte den Eindruck, daß er es verstanden hatte und richtig machen würde.
Dann verständigte ich mich ihm, daß ich mit dem Arzt von ihnen gehen werde. Es gab ein wildes Geheul unter den Eingeborenen, das wohl ein Wehgeklage sein sollte. Aber sie ließen uns unbehelligt ziehen, nachdem Kamerad Indio beruhigend auf sie eingesprochen und ihnen die Zaubermittel des weißen Medizinmannes gezeigt und gepriesen hatte.
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