war, der 1916 gegen den Krieg gewettert hatte, oder die schreckliche Geschichte, wie Karl und Rosa im Edenhôtel umgebracht wurden, nahm Tante Tina den Deckel von dem großen, bauchigen Bonbonglas. Es gab ein oder gar zwei Atlaskissen. Die Farbe konnten sie aussuchen. Eine Art Bestechung vielleicht. Sollten die Kleinen nur kapieren, wo sie lebten. Tante Tina hielt mit ihrer Meinung über das Herrengesindel nicht hinter dem Berge. Und sie wußte, wo ein Wort hingehörte. In der Partei war sie nicht. Sie hatte keine politische Bildung, aber sie las unsere Zeitungen.
Als 1933 die ersten Nazi amtlich in die Gaststube hereingestelzt kamen und Stunk machen wollten, hat sie sie eingewickelt:
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,, Ich bin nur eine einfache Frau aus dem Hochgebirge. Ich habe Kühe gern, Rösser, Schafe, Schweine, alles Viehich meine eure Politik davon verstehe zeug, aber euch ich nichts. Dazu muß man Grips haben so wie Sie, meine Herren." Mit solcher Art Reden hielt sie an der Theke die Braunen auf. Jeden Augenblick wollten die wild werden; aber gleich wieder denken sie, sie haben sich geirrt. Inzwischen haben die Genossen im Hinterraum die Kartothek und die Parteiabrechnungen beiseite geschafft. Damals im Januar war es für die Nazi natürlich nicht schwer zu erfahren, daß bei Tante Tina ihre Todfeinde aus und ein gingen. Die Leni hielten sie für eine ,, große Nummer", was sie gar nicht war. Aber bei ihnen hat es wohl festgestanden, daß man die Leni ,, erledigen" müßte.
In einer Almhütte in den Tiroler Bergen war Tante Tina zu Hause, 1700 oder 1800 m hoch. So eine Hütte ist aus Baumstämmen gemacht, der Boden ist Erde. Ihre Eltern hat sie nicht gekannt. Ein halber Trottel, ein seelenguter Kerl war ihr Ziehvater, ein Ziegenhirt, allein auf der Höhe, 8 Stunden weit von der nächsten menschlichen Behausung.
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