wie er danach brannte, sich mit ihm zu verständigen über alles, alles, was es überhaupt in den Welt gab, wie früher? So wie sonst?
Hans Warnke kam fünf, vielleicht waren es auch sieben Minuten später in die Schlafbaracke als die andern. Bums, da lag Steeger schon wieder in seine graue Decke gewickelt, den dunklen Schopf tief nach unten hängend. Nichts war vom Gesicht zu sehen. Schlief er wirklich? Hans Warnke beteiligte sich mit Nachdruck an den lauten Unterhaltungen der übrigen beim Zubettgehen. Edwin Steeger rührte sich nicht.
Eine halbe Stunde später, als schon alle schliefen, stand Hans Warnke leise auf und ging wie zufällig um die Pritsche des früheren Freundes herum, so, als wolle er nach der Uhr sehen. Edwin Steegers Gesicht lag offen nach oben gekehrt; im Halbdunkel der spärlichen Nachtbeleuchtung erschien es dem Beschauer. klüger und schöner als je. Er kämpfte mit sich: gar zu gern hätte er ihn geweckt. Ein nervöses Zucken lief über die vollen, hellroten Lippen des Schlafenden. Hans Warnke erinnerte sich schmerzhaft der scharfen und fast verächtlichen Worte, die gestern bei dem blödsinnigen Streit über diese Lippen gekommen waren. Seufzend schlich er auf sein Lager zurück. Er spuckte wütend in weitem Bogen über das Fußende seiner Pritsche— brummte vor sich hin. Nach einer Weile ging dies Gebrumm in ein vernehmliches Marsch- lied über. Aus mehreren Betten fuhren Köpfe hoch und fragten:„Ist hier wer verrückt geworden?“


