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Vergangenes nicht Vergessenes : Erzählungen / Dora Wentscher
Entstehung
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geekelt hat, die Fresserei und Sauferei da. Und dann war da noch was anderes: Os hat mir das mal erzählt, einen Ruhetag. Sein nächster Vorgesetzter in der Etappe, das war einer, der ihm auf dem Gymnasium den Streich mit dem Ruß gespielt hat."

,, Ruß?"

,, Ich verstehe ja nicht, wie ein erwachsener Mensch, schließlich war er doch so um die Zwanzig, sich über Kin­derkram noch so aufregen kann. Hat eben noch keine andern Sorgen gekannt, der Os. Da hatte nämlich mal der jetzige Herr Hauptmann dem Professor seinen Stuhl mit Ruẞ be­schmiert; aber Ihren Jungen haben sie reingelegt, der hat den Arrest dafür gekriegt. So' n roten Kopf hat er noch gehabt, wie er's erzählt hat. Nun mußt er dem noch mal meldet er sich nach vorn, zeigen, was er für ein Kerl ist, weil er den Rußkerl nicht ausstehen kann. So' n Blödsinn!" Der Vater wird immer krummer und kleiner in seinem Sessel. Der Soldat sieht an ihm vorbei.

-

,, Wie er bei uns da vorn nun den Fraẞ bekam, Durchfall hat er gehabt vom ersten Tag an. So haben wir ihn kennen­gelernt."

,, Davon hat er nichts geschrieben", sagt der Alte kaum hörbar.

,, Geschrieben

"

macht der Frontsoldat verächtlich ,,, was man schon schreibt. Mit Durchfall, Herr Doktor, läßt sich verdammt schlecht tapfer sein." Der Kamerad des Helden­jungen lächelt: ,, Man ist beschäftigt, nicht wahr?" Er reibt sein unrasiertes Kinn zwischen dem breiten Daumen und den anderen Fingern und schaut wieder auf das verdammte Bild an der Wand.

,, Wie, wie ist mein Sohn gefallen?" fragt der Vater sehr langsam. Wie gelähmt, die großen Hände auf beiden Schen­keln, glotzt er an dem, der antworten, endlich antworten soll, vorbei, auf eine Art, als ob seine Ohren dabei wüchsen. Der Feldgraue stemmt das Gesicht in die Fäuste, zieht die Schul­tern hoch und schweigt. Der Doktor tastet mit unsicherer

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