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ter, junger Jude mit kraftvollen, unregelmäßigen Gesichtszügen, denen Entbehrungen und Willensanstrengungen von Jugend auf ihren Stempel aufgedrückt hatten. Sein Ausdruck und Wesen hatte etwas unjugendlich Gütiges und vollkommen Natürliches. Der Blondgelockte, Zierlichgekleidete trug seinen zu kleinen Kopf mit einer Stupsnase und einem Damenmündchen mit dem Selbstbewußtsein eines etwas geckenhaften jugendlichen Liebhabers. Er hatte einen überzarten Teint und sanfte Wangen wie ein junges Mädchen. Er wurde ,, der Lockige" genannt. Ein Abglanz Jung- Schillerscher Heldengefühle umschwebte seine hübschen blauen Augen und seine kindliche Stirn. Beim Anblick des Gastes, den seine jungen Schauspieler mit sich brachten, fuhr Direktor Wohlmann mit seinem Schreibtischstuhl weiter in die Ecke zurück. Er zog sogar den Tisch nach. Der verfärbte, ausgefranste Anzug des Stoppligen, seine viel zu kurzen und zerrissenen Ärmel und Hosen mochten die Ursache dieses Rückzuges sein. Herwig, der Lockige, und Goldchen lächelten belustigt. Der etwa fünf- oder sechsundzwanzigjährige, mittelgroße fremde Mensch sah zwar verkommen aus, aber denkbar ungefährlich und nichtssagend. So ein Kopf, wie kleine Kinder ihn mit Bleistift zeichnen: Punkt, Punkt, Komma, Strich fertig ist das Mondgesicht; und die dazugehörenden Haarborsten. Die rötlich dunkle Haut dieses lebenden Gesichts war freilich zerknittert wie zersprungenes, altes Leder und um den fast lippenlosen Mund standen sonderbar in den vollen Wangen tief eingegrabene Furchen. Wohlmann sah Goldchen an; Goldchen sah die jungen Künstler an. Was fiel ihnen ein, einen Landstreicher hereinzubringen? Daß es einer war, stand außer Zweifel.
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Bogi, der Heldenvater von nicht mehr als dreiundzwanzig Jahren, näherte sich mit einem guten Lächeln dem Schreibtisch. Er sprach leise zu Wohlmann. Der Direktor zog vernehmlich etwas hoch, was nach europäischer Übereinkunft in ein Taschentuch gehört. Dann schob er Bogi mit der Hand beiseite.
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