„Er will saubere Bettwäsche“, sagte Goldchen und setzte sich.
„Was will er?“ schrie Wohlmann gereizt.
„Saubere Bettwäsche, Herr Direktor“, wiederholte Gold- chen sanft.
„Soll erst singen, der Idiot“, brüllte Wohlmann.
„Herr Direktor“, Goldchen gab dem Pincenez einen Stups, „die Wäsche ist schon zwei Monate drauf. Sie ist ganz schwarz.“
Direktor Wohlmann stöhnte:„Wo in aller Welt, Gold- chen“, er vergrub alle zehn schmutzigen Fingerspitzen in seinen schwarzglänzenden Haaren,„wo in aller Welt nehmen wir jetzt bloß einen Tenor her?“ Brütend sah Wohlmann aus dem Fenster. Auf einmal wandte er sich um.
„Die linke Mandel ist dick?“ fragte er hastig.„Mensch hat doch zwei Mandeln. Kann er nicht singen mit der rechten?“
„Herr Direktor“, sagte Goldchen mitleidig,„morgen wird die rechte auch dick sein. Das ist so bei Angina.‘
„Ist so! Ist so!“ Der Direktor trat drohend auf die Sekre-
tärin zu:„Du redest den verdammten Jungens nach dem Mund.“
lchins
, Ja, Sie.
„Nichts andres hab’ ich im Sinn wie Herrn Direktors Wohl, Tag und Nacht.“ Goldchens Stimme schnappte über. „Dafür muß ich den Haß ertragen von der Frau Direktor...“ Ein Weinkrampf schien im Anzug.
„Ist gut. Ist ja gut. Sei bloß schon ruhig, Goldchen.“ Er streichelte ihr fusseliges Haar.„Das Geschäft steht auf dem Spiel, und du sprichst von Privatsachen.“
Goldchen wollte etwas erwidern, aber es klopfte an der Tür. Gleich darauf standen drei junge Männer im Zimmer. Ein schwarz- und ein blondlockiger und zwischen ihnen einer mit rotem Haar und Bartstoppeln. Der Dunkle war Wohl- manns„Heldenvater“, ein großgewachsener, etwas gebeug-
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