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Ein Jude spricht für Deutschland / Schelomo Bar Eljokum
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Mit wohlüberlegter Absicht tat er das, denn ihm lag daran, in aller Öffentlichkeit kundzutun, daß er ein Jude sei und bleiben wollte. In seinem ganzen Leben war es das erste Mal, daß er solche Gedanken hatte und durchführte.

Punkt zehn Uhr ertönte die Glocke des Schiedsgerichtspräsidenten E. O. Lallemant, der sich mit folgenden Worten an den Verteidiger wandte:

,, Herr Professor Löwenstein, Sie haben die Verteidigung des Deut­schen Reiches angeklagter Bürger übernommen. Bitte walten Sie Ihres Amtes; das Wort sei Ihnen hiermit erteilt."

,, Herr Präsident, meine Herren Richter!

Im Geschehen des Alls sind die Menschen nicht so wichtig, wie sie sich vorkommen. Diese Tatsache ist leider den meisten Mitgliedern der Menschheit unbekannt, und es besteht die Befürchtung, daß sich daran vorerst nichts ändert., Vorerst', sage ich; ja, haben wir einen Anlaß, der uns zu der Hoffnung berechtigt, daß der Mensch überhaupt von seiner, auch in dieser Beziehung wollüstigen Einbildung geheilt werden kann? Solange die Funktion unseres Gehirnes so bleibt, wie sie heute ist und wahrscheinlich seit der Existenz der ersten wirklichen Men­schen auch immer war muß damit gerechnet werden, daß eine Ver­änderung kaum zu erwarten ist. Der Mensch ist durch seine Gehirn­funktion in die Lage versetzt, Gedanken zu entwickeln, die er aus­spricht, und solche, die er nicht ausspricht. Die ausgesprochenen Ge­danken bilden die Sprache, derer wir uns in erster Linie zum gegen­seitigen Verstehen bedienen.

Die unausgesprochenen nennt man Einfälle, Ideen und öfters auch Hintergedanken. Solche Gedankenentwicklungen sind viel zu zahlreich, als daß man sie alle aussprechen könnte. Demnach besitzen wir gewis­sermaßen eine Überproduktion unausgesprochener Gedanken. Ob das nach dem Gesetz des Lebens zur Inbetriebhaltung des Gehirnapparates notwendig ist, mag ein anderer beantworten. Wie immer wir zu denken von Natur aus befähigt sind, der Normale wird seiner Umgebung stets nur das sagen, was ihm beliebt. Selbstverständlich kommt es im Traume vor, daß wir Worte aussprechen, die unserer Kontrolle völlig entzogen sind. Auch durch andere Beeinflussungen, sei es Angst, Hypnose, Alkohol, Schrecken usw. kann ohne jeden Zweifel der Mensch die Herr­schaft über seine Wortschaffung vorübergehend verlieren, hie und da sogar auf die Dauer. Wie dem aber auch sei, was die Folgen der tech­nischen Vorgänge unserer Verstandeseinrichtung anlangt. so haben sie

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