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Ein Jude spricht für Deutschland / Schelomo Bar Eljokum
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Schiedsgericht. Frau Weber beabsichtigte, mit Norgams nachzukommen. Damit war ihr Mann nicht einverstanden. Er wünschte, daß seine Frau und Norgams den Anfang der Verteidigungsrede keinesfalls versäumen sollten.

Der Mittwoch, an dem Professor Isaak Jehuda Löwenstein mit der Worterteilung rechnete, war gekommen.

Seit neun Uhr früh strömten Neugierige in den Zuschauerraum und überfüllten ihn so, daß niemandem mehr Einlaß gewährt werden konnte, der keine Platzkarte besaß.

Nicht nur ausländische Gesandte, Konsuln und andere Diplomaten hatten sich eingefunden, sondern auch Herren der vier Militärzonen Deutschlands , sogar Mitglieder fürstlicher Häuser waren erschienen. Kurz gesagt: die Welt war vertreten...

Von überall her kamen Menschen, um den Verteidiger Isaak Jehuda Löwenstein zu hören. Das muß man erleben! Ein so weltberühmter Gelehrter, der selbst als ein Jude zu den Verfolgten zählte, die, von den Deutschen an Leib und Seele geschädigt, der Güter und des Rechts beraubt waren spricht heute für das gleiche Volk... Ja, gab es das in der Geschichte schon einmal? Ist das von dem jüdischen Gelehrten eine Charakterschwäche oder-stärke? Die Menschheit bekommt Gele­genheit, sich ihre Meinung zu bilden! Der Verlauf der Verteidigungsrede wird in der ganzen Welt übertragen- also auch in Deutschland !

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Dort herrschte geradezu Fieberstimmung... War es doch, als ob die Kirchenglocken riefen: kommt alle, die ihr gläubig seid... Betet zu Gott, daß er das deutsche Volk befreie von dem Verdacht der Kollektivschuld. Die Gläubigen kamen, alt und jung, reich und arm. Unter ihnen mancher Nazi, der den Glauben an Gott wiedergefunden hatte und ehrliche Reue verspürte.

Die Kirchen waren seit Menschengedenken nicht so überfüllt gewesen wie heute.

Noch zu später Nachtstunde hörte man fromme Kirchenlieder, unter anderem den Choral: Verstoße uns nicht, oh Herr, auch wir sind Deine Kinder."

Heute war Professor Löwenstein nicht, wie sonst, im Talar erschie­nen. Er hatte sich das weiße Judenkleid zu beschaffen gewußt, das Israeliten nur an den allerhöchsten jüdischen Feiertagen zu tragen pfle­gen und in dem fromme Juden beerdigt werden.

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