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Ein Jude spricht für Deutschland / Schelomo Bar Eljokum
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,, Wann ist voraussichtlich der Tag, an welchem die Entnazifizierungs­kammer ihren, Waschtag' halten wird, um festzustellen, ob Gercke als, sauber' oder, schmutzig' gilt?"

Dr. Schildwächter, etwas ärgerlich über diese Bewitzelung, erwiderte: ,, In Ihrer Ausdrucksweise sollten Sie etwas vorsichtiger sein, Herr Professor. Ich glaube kaum, daß Mitglieder solcher Gerichte davon er­baut sein werden."

,, Aber mein lieber Herr Doktor, ich habe ja nur Spaß gemacht... immerhin... Sie haben doch damit begonnen! Außerdem bin ich schon bestraft genug, daß ich den Namen, Entnazifizierungskammer' aus­sprechen muß... Dreiundzwanzig Buchstaben keine Kleinigkeit." ,, Vergessen wir das, Herr Professor. Am besten wäre es, wenn Sie hierher kommen wollten. An Hand der Akten könnten wir dann alles besprechen. Im übrigen würde ich mich freuen, meinen früheren Lehrer des Rechts wiederzusehen."

Die Herren vereinbarten eine beiden genehme Zeit für den nächsten Tag.

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Um vor seiner Unterredung mit Dr. Schildwächter noch die Eltern Heinrichs aufsuchen zu können, wie er das dem alten Gercke am Telefon versprochen hatte, fuhr der Rechtsgelehrte mit dem ersten Frühzug na h X- Burg. Frau Gercke, noch immer zu Bett, stand sofort auf, als sie hörte, wer gekommen war.

Professor Weber sprach der armen, vergrämten Mutter begütigend zu. In leicht verständlichen Worten erklärte er ihr, daß das viele Weinen ihren Augen sehr schade und ihre Nahrungsverweigerung sie weniger widerstandsfähig mache... Frau Gercke meinte dazu:

-

,, Aber Herr Professor, wir kommen ja gar nicht mehr aus den Auf­regungen raus! Erst den Sohn in der Nazipartei zu wissen, dann seine schwere Verwundung in Afrika seine Verhaftung, monatelanges Ban­gen um ihn bis zum Freispruch... und kaum haben wir ihn zurück, wird er wieder eingesperrt. Dann die Entlarvung der Katharina Kohl... So etwas wirft einen aus dem Geleise..."

,, Glauben Sie mir, Frau Gercke, ich kann Ihre Lage voll und ganz verstehen... Trotzdem dürfen Sie nicht verzweifeln. Nach wie vor bin ich bereit, Ihrem Sohne zur Verfügung zu stehen. Aber Sie müssen mir versprechen, alles zu tun, um sich für ihn gesund zu erhalten. Denken Sie daran, was der Junge durchzumachen hatte! Er wird viel Liebe und Güte notwendig haben... Nur seine eigenen Leute können ihm Kraft

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