Druckschrift 
Ein Jude spricht für Deutschland / Schelomo Bar Eljokum
Seite
109
Einzelbild herunterladen

keinesfalls chene wird

aus X- Burg Her Militär­en amerika­tsgefängnis

men standen

e es ihnen von einem

ers in ganz

und dessen

zesses und

ihre Unter­

sein Sohn Gericht in

all zu über­ns nicht ins e geben Sie

mit dem Fall

sagte er zu te ich nicht

er, daß der Häftlingen in ungsrichters 14, Telefon­

Professor Weber versprach, Dr. Schildwächter sofort anzurufen, und, wenn der erhaltene Bescheid seine persönliche Anwesenheit in X- Burg geboten erscheinen lasse, werde er noch am selben Tag hinfahren.

,, Herr Professor", klagte Vater Gercke in seiner Trostbedürftigkeit, ,, ich weiß mir keinen Rat mehr mit meiner Frau. Sie liegt im Bett und kann nicht so viel Kraft aufbringen, aufzustehen. Sie ißt nicht, will niemanden sehen und fällt von einem Weinkrampf in den anderen..." Er seufzte. ,, Sind wir kleinen Leute denn, Freiwild', das man nach Be­lieben hetzen kann? Wir sind doch keine Verbrecher, daß man uns so verfolgt... Weiß der Himmel, was das noch geben soll."

Der Gelehrte unterbrach ihn: ,, Beruhigen Sie Ihre Frau inzwischen, so gut Sie können. Sagen Sie Ihr bitte, daß keine Veranlassung vorliege, Schlimmes zu befürchten. Es wäre vielleicht eine gute Idee, Ihre Tochter Paula zu bitten, für ein paar Tage zu Ihnen herüber zu kommen..." ,, Leider geht das nicht, Herr Professor: Sie erwartet doch ihr drittes Kind..."

Mit dem Versprechen des Professors, auf jeden Fall in kürzester Zeit nach X- Burg zu kommen, beendeten die beiden das Gespräch.

Der Gelehrte meldete sofort X- Burg Nummer 148 an. Die Verbindung wurde schnell hergestellt. Als Dr. Schildwächter erfuhr, wer ihn zu sprechen wünschte, war er sogleich bereit, das Gespräch anzunehmen. ,, Aus Marburg ... selbstverständlich, Herr Professor, weiß ich wer Sie sind... Sogar an Ihrer Stimme erkenne ich Sie wieder." ,, Sie kennen mich, Herr Doktor?"

,, Ich war als Student in Marburg einer Ihrer Hörer. Sechzehn Jahre sind das her... Was verschafît mir die Ehre Ihres Anrufes, Herr Professor?"

,, Können Sie mir darüber Auskunft geben, Herr Doktor, warum Hein­rich Gercke, für den ich gestern in einem gegen ihn schwebenden Mord­prozeß einen Freispruch erwirkte, am gleichen Abend wieder verhaftet wurde? Dieses Mal von den deutschen Behörden in X- Burg..."

,, Der Fall ist mir bekannt... Ich führe ihn. Gercke kommt vor eine Entnazifizierungskammer."

,, Dann wissen Sie auch, was gegen ihn vorliegt? Warum kam er wieder in Untersuchungshaft?"

,,... Nicht in Untersuchungshaft. Er gehört zu jenen Arrestanten, die wir heutzutage als, schmutzige Wäsche' bezeichnen. Die in Frage Kom­menden werden entweder im Verlaufe einer Gerichtsverhandlung als , sauber erklärt, oder sie gelangen, wenn sie etwas auf dem Kerbholz haben, in die, Wäscherei', das heißt: man bestraft sie."

-

-

109