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Ein Jude spricht für Deutschland / Schelomo Bar Eljokum
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,, Diese Frage ist unangebracht", bemerkte der Vorsitzende. ,, Es ist nicht Sache der Zeugin, eine Entscheidung zu treffen. Das sollte Ihnen als Jurist bekannt sein."

,, Aber ich lege besonderen Wert darauf, daß die Zeugin antwortet, Herr Vorsitzender, und bitte diese Frage zuzulassen..."

,, Ich spreche leichter in Heinrichs Abwesenheit", sagte Katharina Kohl. ,, Fühlen Sie sich durch die Lage, in der sich Ihr Bräutigam befindet, behindert, Ihre Aussagen in seiner Anwesenheit zu machen?" fragte der

Staatsanwalt.

,, Jawchl, er tut mir so leid."

,, Nun", sagte der Vorsitzende zur Zeugin ,,, erzählen Sie uns, was Sie von der Sache wissen. Verschweigen und entstellen Sie nichts; daß schwere Strafen auf Meineid stehen, ist Ihnen bekannt."

,, Ich kann mich nicht mehr an alles erinnern."

,, Seit wann?" fragte der Vorsitzende mißtrauisch.

,, Es ist mir im Moment entfallen."

,, Leiden Sie an Gedächtnisschwäche?"

,, Nein."

,, Dann bitte ich Sie, Ihre Aussagen zu machen. Oder ist es leichter für Sie, wenn einzelne Fragen an Sie gestellt werden?"

,, Ich weiß es selbst nicht."

,, Zum letzten Male fordere ich Sie auf, mit Ihrer Aussage zu beginnen. Die Gerechtigkeit verlangt die reine Wahrheit, und nichts als die reine Wahrheit... Hat Ihr Bräutigam Heinrich Gercke den amerikanischen Soldaten erstochen?"

,, Ich glaube."

,, Haben Sie gesehen, wie er zustach?" ,, Nein, das nicht... aber..."

,, Herr Vorsitzender, ich bitte, den Angeklagten diese wichtigen Aus­sagen mitanhören zu lassen", sagte Professor Weber, die Zeugin unter­brechend.

Seinem Antrag wurde stattgegeben. In wenigen Minuten saẞ Heinrich Gercke wieder auf der Anklagebank. Um sich Notizen machen zu kön­nen, bat er um Papier und Bleistift...

Vorsitzender: ,, Zeugin Kohl, erzählen Sie noch einmal, wie sich alles abspielte."

,, An jenem Tage ging ich mit Hei... Hei... Heinrich in das Gasthaus Adam Spieß. Wir waren in guter Stimmung und haben vielleicht etwas zu tief ins Glas geguckt. Lange hielten wir uns nicht auf, denn wir beab­sichtigten, in die Turnhalle zu gehen, um Streicher zu hören. Auf unse­

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