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Ein Jude spricht für Deutschland / Schelomo Bar Eljokum
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Redensart:

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Nach Erledigung der verwaltungstechnischen Formalitäten fuhr der Gelehrte mit dem Abendzug nach Marburg zurück. Zu Hause angekom­men, wurde er mit Fragen bestürmt.

,, Ich kann noch gar nichts sagen", wehrte er ab. ,, Vielleicht weiß ich nach dem zweiten Besuch mehr. Ich will, um mit den Eltern und der Braut zu sprechen, morgen nochmals nach X- Burg fahren."

,, Um nicht zu riskieren, vor verschlossene Türen zu kommen, solltest Du Deinen Besuch ankündigen, Karl", meinte Frau Weber.

,, Die Leute unnötig zu beunruhigen, möchte ich vermeiden. Irgend­jemand von ihnen wird bestimmt zu Hause sein, die Mutter..."

Hauptmann Norgam, der ursprünglich zu kommen beabsichtigte, um ugen keine über den Fall Gercke zu hören, sagte telefonisch ab. Er mußte an einer is feindlich Abschiedsfeier teilnehmen, die zu Ehren eines Offiziers seines Stabes stattfand, der nach den Vereinigten Staaten zurückkehren wollte.

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Am nächsten Morgen fuhr der Rechtsgelehrte wieder nach X- Burg. ,, Ich bin Professor Weber aus Marburg ", sagte er zu Frau Gercke, die ihm die Tür öffnete.

,, Ach Sie, Herr Professor... Bitte nehmen Sie Platz. Ich muß sofort meinen Mann rufen... Er arbeitet im Garten."

,, Georg, komm' schnell, wir haben Besuch..."

Herr Gercke kam in die Wohnstube, er konnte aber Professor Weber die Hand, die mit Gartenerde beschmutzt war, nicht geben. Er ent­schuldigte sich verlegen und ging dann nach oben, um nach einer Weile im Sonntagsanzug zurückzukommen. Inzwischen hatte der Marburger Gelehrte Gelegenheit, mit Heinrichs Mutter allein zu sprechen. Sowohl Sie, als auch der Vater, waren das sah man auf den ersten Blick sehr unglücklich.

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,, Darf ich Ihnen ein Glas Milch anbieten, Herr Professor? Oder ein Glas selbstgemachten Stachelbeerwein? Sonst habe ich nichts im Hause Sie wissen ja, wie es heutzutage ist. Überhaupt auf dem Lande..."

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,, Nein, danke, Frau Gercke. Ich möchte jetzt nichts zu mir nehmen... Auf dem Lande, sagten Sie, Frau Gercke...?"

,, Herr Professor, X- Burg ist wohl eine Kreisstadt, aber nur dem Namen nach. Im Grunde genommen, ist es ein großes Dorf." ,, Wie Sie sich wohl denken können, bin ich Ihres Sohnes wegen hier." Mutter Gercke begann zu weinen.

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