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Ein Jude spricht für Deutschland / Schelomo Bar Eljokum
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n", meinte

Erna Weber war eifrig dabei, das Mittagessen zeitgerecht fertigzu­stellen. Esther bemerkte zu Professor Weber: ,, Ich bewundere Ihre te, blickte Frau. Ich bin auch nicht gerade die Allerlangsamste, aber wie schnell

der Nazis,

e legten."

Wenigstens

es, um der Schickel­

Gedanken der Hitler. ungen auf­

ng konnte

te Esther,

Frau Weber alles zuwege bringt, bleibt mir unerklärlich."

,, Sie sind noch jung, Frau Norgam.... Mit der Zeit werden Sie das noch lernen."

,, So jung bin ich mit meinen dreiundfünfzig Jahren nun doch nicht mehr.... Ich danke Ihnen jedenfalls für das Kompliment..."

,, Kein Kompliment.... wehrte Professor Weber ab. ,, Alles kann man mir nachsagen-- aber wenn mich jemand als einen, Kompli­mentemacher' verdächtigt hätte, dann wäre ich sogar aus dem Kon­zentrationslager ausgebrochen durch allen Stacheldraht..." ,, Bitte um Entschuldigung, Herr Weber. Ich nehme meinen, Verdacht' gegen Sie sofort zurück."

Bedenken Sie doch, meine Frau ist viel älter als Sie." ,, Ich? fragte Frau Weber, die ins Zimmer trat.

,, Ja, Dich meine ich, wenn Du nichts dagegen hast." ,, Jetzt kommt sicher wieder ein Professorenwitz." ,, Also schieß' los, Karl", drängte Edgar Norgam:

,, Deine Frau kann doch kaum viel älter sein als Esther. Sind sie nicht beide im Jahre 1894 geboren?"

,, Das schon, aber... Deine Frau wird erst dreiundfünfzig Jahre alt, rücke ab- wogegen meine, in sechs Monaten ihren vierundfünfzigsten Geburtstag

auslegen.

die jungen Professor

feiert."

Daẞ niemand darüber lachte, blieb ihm unverständlich.... Frau Weber hatte richtig vorausgesagt: ,, Professorenwitze.."

Nach fünf Uhr kam Norgam junior. Strahlend berichtete er:, Heute habe ich zwei Wochen Urlaub bekommen, um meinen Eltern Deutsch­nur etwas land zu zeigen... Ich hatte einen kleinen Trick angewandt gesagt,

......"

on viel zu nach dem

"

daß mein Vater, ein Farmer, in Begleitung meiner Mutter hierhergekom­men sei, um die deutsche Landwirtschaft im gegenwärtigen Zeitpunkt zu studieren und die gemachten Erfahrungen der amerikanischen Regie­rung bekanntzugeben, damit Mittel und Wege gefunden werden könnten, in Deutschland mehr Lebensmittel und rascher zu produzieren. Darauf gab mir der Stab zwei Wochen Urlaub."

,, Du Schwindler... Jetzt soll ich gar noch die deutsche Landwirt­schaft studieren?"

,, Ja, ich bin ein Schwindler, und es ist gut, daß Du es weißt... Erfreut bin ich aber, daß ich den Urlaub habe; denn nun kann ich doch mehr mit Euch zusammen sein."

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