Das sind Angebote!
Dann erfuhr ich von einem sonderbaren Angebot'an meine Frau. Sie erzählte:„Durch einen bekannten Bauunternehmer, der, wie ich nachher erfahren habe, zur Gestapo gehörte, wurde mir, als ich mich um einen Auftrag für unsere Firma bemühte, im Rahmen einer kleinen Kaffeegesellschaft allen Ernstes angetragen, Deine Freiheit zu erkaufen. Der Bau- gewaltige, ein enger Freund des höchsten Gestapomannes in Lemberg, der wiederum Beziehungen zu allen Stellen in Kra- kau und Berlin hatte, überbrachte mir das Angebot seines Gestapointimus. Ich würde Dich sofort freibekommen, wenn ich vorher eine Nacht bei ihm schliefe. Aus dem Auftrage und aus dem Angebot wurde nichts. Mit Lächeln habe ich beides abgelehnt und bin meiner Wege gegangen.
Und dann erhielt ich eines Tages ein Schreiben aus dem Reichssicherheitshauptamt mit der Aufforderung, bekanntzu- geben, wann ich Dich in Oranienburg besuchen wolle. Daher kam dann unser kurzes Zusammentreffen im Reichssicherheits- hauptamt. Ich verfolgte damit gleichzeitig den praktischen Zweck, denen in Berlin die Unterschlagung der 250 RM. nach- zuweisen. Ich hatte die 250 RM. nach Krakau geschickt, da- mit Du als Untersuchungshäftling Geld für die zusägliche Ver- pflegung hättest. Das Geld hat Dich nie erreicht und in Kra- kau behauptete man, es nie erhalten zu haben. Ich hatte mir nun beim Zentralarchiv der Post in Warschau den von der Dienststelle des Oberbefehlshabers der Sicherheitspolizei quit- tierten Einzahlungsschein über die 250 RM. beschafft und zu- gleich mit dem Bescheid der SS aus Krakau den Herren in Berlin im Anschluß an unsere Unterredung vorgezeigt. Du wirst Dich ja noch erinnern, wie ich in Deiner Gegenwart auch dieses Thema anschnitt und der Beamte meinte, diese Ver- leumdung der Reichssicherheitsbehörden würde mir teuer zu stehen kommen. Und weißt Du, was der Erfolg war? Nach
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