Druckschrift 
Gestapo-Häftling 52478 aus dem KZ Oranienburg-Sachsenhausen / Bert Utsch ; Vorwort von Bert Irving ; Zeichnung des Buchtitels und der Bildeinlage von Max Pöppel
Entstehung
Seite
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Fronten von den militärischen Führern gefordert wird, für ihre SS - Divisionen zur Verfügung stellen. So sind es jetzt weniger SS - Leute, die uns bewachen und verwalten. Wenn sich dieser geringere Personalaufwand einmal im Lager durch­gesetzt haben wird, dann bekommen wir zweifelsohne wenig­stens hier im großen Lager eine gewisse Erleichterung zu spüren und da hast Du ganz recht mit Deiner Beobachtung. Aber frage mich nicht, was noch alles kommen wird, bevor das Kartenhaus zusammenbricht."

Massenzugänge.

Bei Ankunft neuer Häftlinge war in dieser Zeit der Vor­gang so, daß die Häftlinge vom Tor in die hinten im kleinen Lager gelegenen Blocks der politischen Abteilung geführt wur­den, die von den Häftlingen selbst betreut wurden und ein Unterorgan der eigentlichen politischen Abteilung waren. Hier wurden sie dann in Empfang genommen, hier wurde die pro­visorische Personalaufnahme vorgenommen und den Häft­lingen ein kleiner Karton mit der Häftlingsnummer über­geben. Dann kamen sie vom Aufnahmeraum in einen an­schließenden Raum, in dem sie von der Häftlingskasse be­arbeitet wurden. Hier mußten sie nun ihre Wertsachen ab­geben, ihre Wertpapiere und Wehrpässe. Diese wurden lau­fend nach der Nummer in die entsprechenden Bücher ein­getragen. Hier Wertsachen, hier Wehrpapiere! Dann begann anschließend das Vorbeipassieren an den Häftlingen, die der Effektenkammer angehörten. Hier mußten sie ihre Kleider abgeben und auch ihre sonstigen Sachen, wie Prothesen, Ge­bisse usw., hinterlassen. Dann standen sie splitternackt, wie von Gott geschaffen, im KZ.

Als erstes wurde dann der Kopf kahl geschoren, dann wan­derten sie in den Raum der ,, Entlausung" und hier wurden die

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