meine Gesinnung der hochtrabenden Frauen dieser SS zu hören.
Ein witziger, alter Kumpel, ein Kommunist, der sich das Herankommen des Endes genau so auslegte, wie es dann auch tatsächlich gekommen ist, fragte eine dieser Frauen, was sie vom Kriegsende halte.„ Der Sieg ist sicher, der Führer wird den Zeitpunkt bestimmen. Aber noch sicherer ist, daß dann jeder von uns Frauen mindestens ein Dutzend Häftlinge zur Verfügung stehen wird, und fällt einer von den Faulenzern aus, so brauchen wir nur neue anzufordern. Uns steht das Recht zu, mindestens zwölf Häftlinge zu unserer persönlichen Bedienung, für Haus, Garten und Garage, für Auto und wozu wir sie sonst noch brauchen, zu haben. Diese Zeit ist nicht mehr fern." ,, Ja, und werden wir es dann besser haben?", fragte er, seine persönliche Meinung unterdrückend.
,, Das Lager wird die Verpflegung übernehmen, darüber sind wir uns schon einig, so daß wir damit keine Sorgen haben", antwortete sie ihm.
Diese Gesinnung war nicht ein einzelner Fall, sie sprach aus allem, was aus der SS- Siedlung Oranienburg von den Häftlingen zu erfahren war. Hatte einmal ein Häftling in seinem Hunger eine Mohrrübe im Garten ergattert, so wurde eine große Meldung wegen Diebstahls an das Lager geschickt. Der Betreffende wurde vom Kommando abgesetzt und in ein anderes Lager mit entsprechenden Anweisungen überführt.
Natürlich gab es auch sogenannte Gutmütige unter diesen Hyänen, aber das hatte seine besonderen Gründe: Dann wurde dem Häftling nahegelegt, aus seinem Kommando, wenn er z. B. Maler war, Ölfarbe zum Anstreichen zu organisieren oder ein anderer hatte Stacheldraht zu besorgen und mußte unter größten Gefahren das für die SS- Frau X organisierte Diebesgut in ihr Heim schaffen. Dann konnte er mit einer Scheibe Brot rechnen. Platte aber der Betreffende( das heißt, kam die Sache heraus), so leugnete die SS- Frau jeden Zusammenhang und diskriminierte ihn als Verbrecher.
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