Druckschrift 
Gestapo-Häftling 52478 aus dem KZ Oranienburg-Sachsenhausen / Bert Utsch ; Vorwort von Bert Irving ; Zeichnung des Buchtitels und der Bildeinlage von Max Pöppel
Entstehung
Seite
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Im Lager wußten sie, daß der Häftling aus einer Miete Kartoffeln organisieren wollte, dadurch von seinem Kom­mando abgekommen war und dann durch Hunde aus dem Zwinger gesucht und von diesen zerfleischt wurde.

Die Blindgängerkommandos für Berlin .

In den Tagen nach der Rückkehr bemühte ich mich, mei­nen Freund Otto wieder zu entdecken. Er war mir durch das Klinkerkommando und die vielen Möglichkeiten gänzlichen Sichverlierens in der großen Lagerstadt ganz außer Sicht ge­raten. Aus den Büchern der Häftlingskammer und auf der Schreibstube stellte ich dann fest, daß Otto im Revier lag, also krank war. Ich mußte sofort an sein schweres Bruch­leiden denken. Also war er doch unterlegen, war er auch ein Opfer und sein baldiger Tod schien mir gewiß.

Ich suchte ihn auf. Er lag in dem grauenhaften Elend unter vielen Todgeweihten, aber er erkannte mich gleich wieder und das freute mich.

,, Ich habe Glück gehabt. Meine Operation hat ein Häft­lingsarzt gemacht, mit dem ich mich vorher besprechen konnte. Er ist Ostmärker, ein dufter Kerl. Und weißt Du, was er mir versprochen hat? Er will bei der Lagerleitung vorstellig wer­den und dort mein Leiden noch schlimmer hinstellen, als es ist. Als Arzt und langjähriger Häftling kann er das, und manchmal werden Häftlinge entlassen, wenn ihre Tage sowie­so gezählt sind. Auf diese Tour will er es drehen, daß ich rauskomme. Außerdem läuft von draußen her ein Gesuch eines Militärs und auch die Sache scheint von Aussicht. Nimm mir nicht übel, wenn ich mich kränker stelle, als ich bin, das Liegen bekommt mir und die Hoffnung auf Freiheit tut ihr Übriges. Dann werde ich mich auch um Dich bekümmern, vor allem Deiner Frau Elisabeth Bescheid geben. Du mußt mir dann noch alles sagen, was Du auf dem Herzen hast. Viel­leicht kann sich auch für Dich etwas zu Deinen Gunsten er­geben." Mit einem kurzen Händedruck schieden wir.

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