Druckschrift 
Gestapo-Häftling 52478 aus dem KZ Oranienburg-Sachsenhausen / Bert Utsch ; Vorwort von Bert Irving ; Zeichnung des Buchtitels und der Bildeinlage von Max Pöppel
Entstehung
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rufen wird. Aber vorher muß ich Dich auf ein bis zwei Tage in die Küche oder Kantine schicken. Dort kannst Du wenig­stens ein paar Kartoffeln erben, und das hilft schon weiter, sonst gehst Du ein."

Und schon wurde ich von der Küche angefordert. Dort gab es wirklich Kartoffeln in Hülle und Fülle. Anfangs allerdings nur schälen und kein essen dieser Kartoffeln! Es wurde streng darauf geachtet, daß keiner diese heißẞbegehrten Früchte der Erde aẞ und ein Übertreten des Verbotes brachte unwei­gerliches Abberufen vom Kommando mit sich. Und so schälte ich den ganzen lieben Tag, über die Fässer und Tröge ge­beugt, unter der strengen Aufsicht des Küchencapos.

Auch hier half eine Fürsprache des guten Franz und am nächsten Tage war ich bei den wenigen Pellkartoffelschälern, die gesondert arbeiteten, und genoß den Vorteil dieser Ein­richtung. Es war ein Ausruhen von Klinker und wie ein Traum erschienen mir die vergangenen schweren Wochen.

Da wurde ich, als ich von der Küche entlang dem todbrin­genden elektrischen Draht auf meinen Block zueilte, durch ein bekanntes Gesicht überrascht. Willi begegnete mir und er­zählte von seinen jüngsten Erlebnissen im Lager, von dem furchtbaren Hunger, den er auszuhalten habe, dem schlimm­sten Übel, mit dem er nicht fertig werden konnte. Freude­strahlend nahm er die paar Pellkartoffeln in Empfang, die ich versteckt bei mir trug.

Da kam auf einem Fahrrad ein SS- Streifendienst, wie wir beide dachten, und große Angst vor einer schweren Lager­strafe überkam uns. Aber es kam anders.

,, Können Sie gut schreiben?" sprach er mich an. ,, Jawohl, ich glaube." ,, Dann melden Sie sich morgen auf der Effekten­kammer." Jetzt erkannte ich, daß es ein SS- Scharführer war. Am nächsten Tage meldete ich mich wie befohlen und einige Tage später war ich auf der Effektenkammer.

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In der Effektenkammer.

In der Kammer kam ich mir anfänglich wie ein Außen­seiter vor. Immerhin stellt sie eine gewisse Intelligenzelite dar unter den 25 000 Menschen, zusammen mit der Schreibstube,

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