vorbrachten, wurde zwar geglaubt( es kam zu oft vor), aber es gab Ohrfeigen und allgemein wurde im Block bekanntgegeben, durch unser Verschulden sei dieses Mal der Essensausfall begründet und nachher auf dem Hofe sollten uns die anderen dafür heimzahlen.
Die Ankunft immer neuer Zugänge machte es notwendig, daß wir früher als vorgesehen auf andere Blocks im Lager verteilt werden sollten und unsere Quarantäne beendet war. Was auch zu erwarten war, es bedeutete ein gewisses Aufatmen und manche Hoffnungen klammerten sich daran und neue Nöte ergaben sich aus dem Situationswechsel. Wir kamen in die Blocks des sogenannten kleinen Lagers; damals waren in diesen Blocks hauptsächlich die Ukrainer, Franzosen, Polen , Tschechen und solche Nationen vertreten, die besonders zahlreich inhaftiert waren.
Während es allgemein auffiel, wie sich auch unsere nun auf diese Blocks verteilende Gruppe im Laufe weniger Tage verringert und gewandelt hatte und die korpulenten Figuren sich in schlanke verwandelten, wie an sich mit weniger Fülle bedachte Menschen sichtlich abmagerten, fiel es hier sofort auf, wieviel skelettartig abgemagerte, dürre, ausgemergelte Menschen uns in diesen Blocks begegneten. Auch traf man dazwischen solche, bei denen es anders schien, aber es war eine unnatürliche Aufgedunsenheit. Sie klagten über Wassersucht und zeigten einem die angeschwollenen Glieder.
Größte Klage führten diejenigen, die mit einer Zahnprothese ins Lager kamen und diese trotz aller Bemühungen nicht wieder herausbekommen konnten. Auch Beinprothesen, orthopädische Schuhe, Krücken und Stöcke sind erst nach langem Kampf und öfterem Vorstellen beim Arbeitsdienstführer des Lagers, bei dem Blockführer und in der für die Verwahrung verantwortlichen Effektenkammer zu erlangen.
Ein Arzt spricht hier überhaupt nicht mit. Es heißt einfach: Du kannst trampeln, schau, daß Du weiterkommst. Die Ausländer können sich durch die Unkenntnis der Sprache überhaupt nicht zurechtfinden und Nichtverstehen wird einfach mit Nichtverstehen wollen gedeutet und danach gehandelt.
Es sind hier auch Blocks, in denen die dauernd Kranken und Bettlägerigen hausen und zusammengepfercht, ohne ärztliche Betreuung, dahinsiechen. Ein widerlicher Geruch erfüllt
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