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Gestapo-Häftling 52478 aus dem KZ Oranienburg-Sachsenhausen / Bert Utsch ; Vorwort von Bert Irving ; Zeichnung des Buchtitels und der Bildeinlage von Max Pöppel
Entstehung
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vorbrachten, wurde zwar geglaubt( es kam zu oft vor), aber es gab Ohrfeigen und allgemein wurde im Block bekannt­gegeben, durch unser Verschulden sei dieses Mal der Essens­ausfall begründet und nachher auf dem Hofe sollten uns die anderen dafür heimzahlen.

Die Ankunft immer neuer Zugänge machte es notwendig, daß wir früher als vorgesehen auf andere Blocks im Lager verteilt werden sollten und unsere Quarantäne beendet war. Was auch zu erwarten war, es bedeutete ein gewisses Auf­atmen und manche Hoffnungen klammerten sich daran und neue Nöte ergaben sich aus dem Situationswechsel. Wir kamen in die Blocks des sogenannten kleinen Lagers; damals waren in diesen Blocks hauptsächlich die Ukrainer, Franzosen, Polen , Tschechen und solche Nationen vertreten, die besonders zahl­reich inhaftiert waren.

Während es allgemein auffiel, wie sich auch unsere nun auf diese Blocks verteilende Gruppe im Laufe weniger Tage ver­ringert und gewandelt hatte und die korpulenten Figuren sich in schlanke verwandelten, wie an sich mit weniger Fülle be­dachte Menschen sichtlich abmagerten, fiel es hier sofort auf, wieviel skelettartig abgemagerte, dürre, ausgemergelte Men­schen uns in diesen Blocks begegneten. Auch traf man da­zwischen solche, bei denen es anders schien, aber es war eine unnatürliche Aufgedunsenheit. Sie klagten über Wassersucht und zeigten einem die angeschwollenen Glieder.

Größte Klage führten diejenigen, die mit einer Zahnprothese ins Lager kamen und diese trotz aller Bemühungen nicht wie­der herausbekommen konnten. Auch Beinprothesen, ortho­pädische Schuhe, Krücken und Stöcke sind erst nach langem Kampf und öfterem Vorstellen beim Arbeitsdienstführer des Lagers, bei dem Blockführer und in der für die Verwahrung verantwortlichen Effektenkammer zu erlangen.

Ein Arzt spricht hier überhaupt nicht mit. Es heißt einfach: Du kannst trampeln, schau, daß Du weiterkommst. Die Aus­länder können sich durch die Unkenntnis der Sprache über­haupt nicht zurechtfinden und Nichtverstehen wird einfach mit Nichtverstehen wollen gedeutet und danach gehandelt.

Es sind hier auch Blocks, in denen die dauernd Kranken und Bettlägerigen hausen und zusammengepfercht, ohne ärzt­liche Betreuung, dahinsiechen. Ein widerlicher Geruch erfüllt

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