Druckschrift 
Halt Wacht im Dunkel / Hiltgunt Zassenhaus
Seite
246
Einzelbild herunterladen

Dankbarkeit. Die Freundschaft und das Vertrauen, das Ihr mir entgegen­bringt, machen mir das Leben lebenswert.

Wie alles werden wird, welchen Weg die Entwicklung nimmt, wer vermag es zu wissen? Wann wird der Krieg enden? Werden wir überhaupt mit dem Leben davonkommen Es gibt Augenblicke, in denen ich daran zweifeln möchte. Für mich ist es auch nicht mehr das Entscheidende! Die Welt nein, der Mensch, hat sich immer weiter entfernt von dem, was wir einst als die Ethik des Lebens ansahen. Kämpfen wir daher darum, daß unsere Seele an dieser Zeit keinen Schaden nehme. Hierbei wollen wir einander helfen!

-

So gehen wir in das Weihnachtsfest. Ich entsinne mich eines Weih­nachtsbriefes vom letzten Jahr; darin stand, daß zwar eine Träne auf das Papier falle, doch es sei eine stolze Träne!

Und in diesem Jahr? Am Weihnachtsabend seid Ihr nicht allein in der Zelle. Eure Familie, Euer Land und die Freundin, die Ihr hier gefunden habt, sind bei Euch.

-

Vergeßt nie, daß wir mit Euch warten, wenn auch nicht immer gleich geduldig. Laẞt uns in diesen dunklen Tagen an die Zeit denken, in der wir wieder das Land aufbauen dürfen vor allem aber die menschliche Ge­sellschaft!

-

Gemeinsam wollen wir darangehen!"

-

In der Weihnachtsnacht träume ich vom Frieden. Wieder bin ich weit fort von diesem Ruinenland. Ich träume vom Meer, höre seine Brandung gegen die Steine schlagen das ist wie das Klopfen des Herzens. Dann wache ich auf, liege lange mit weitgeöffneten Augen und spüre das Rieseln der fallenden Flocken draußen. In mir ist noch die Wärme des brennenden Weihnachtslichtes.

Ich denke darüber nach, wie oft ich vom Frieden geträumt habe. Ich suchte ihn in der Geborgenheit eines Herdes, in der ruhig knisternden Wärme von Kiefernscheiten. Ich erträumte ihn mir von einem blauen Frühlingstage mit blühenden Kätzchen und Weiden. Ich sah ihn in einer fernen Stadt. Ich glaubte ihn am Meer zu finden.

Nie aber suchte ich den Frieden dort, wo allein ich ihn finden muß: in Ruinen, umgeben von Gestapo , Bomben und Krieg. Das ist die Wirklich­keit. Das Suchen nach dem Frieden in der Ferne ist eitler Traum!

Wache ich oder träume ich in dieser weihnachtlichen Nacht? Wieder höre ich Musik. Sie klingt in mir, während ich über steinige Wege gehe und sich vor mir Berge von Trümmern erheben. Es ist ein Weg ohne Ende. Ich sinne nicht darüber nach, ob Mozart oder Beethoven die Musik geschrieben hat, denn ich weiß nun höre ich die Musik des Lebens selbst. Freude packt mich, denn in einem flüchtigen Augenblick erfasse ich die Unfaẞlichkeit des Lebens, begreife, daß das Jubeln und Schluchzen der Geigen so uralt ist wie die Steine des Weges, die den Füßen Schmerzen bereiten.

246

-

E Weld

Licht einer

W

von

so si

der S

S

nur

der

In

als i

näch

Unte

E

in d

Arme

Arbe

der

D

die

Mass

bahn

sie.

Pelz

wisch

Licht

In samn

lange

F

angs schle

Laut

einer und

A

Rege

burg flieg

alten