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Halt Wacht im Dunkel / Hiltgunt Zassenhaus
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,, Also genießen wir den Krieg!" Der Gestapobeamte öffnet mir die ledergepolsterte Tür. ,, Der Friede wird schrecklich."

Wir lachen.

Ja, ich lache auch. Noch jetzt klingt es mir in den Ohren, denn dies Lachen ist die schrecklichste aller Lügen bei der Gestapo gewesen.

Der erste Schnee fällt. Nachts wache ich auf und horche in die Stille. Ich glaube, die fallenden Flocken zu spüren. Mein Blick gleitet ab von den Stapeln von Briefen, die ich bei der Helle der Nacht auf dem Schreib­tisch erkennen kann.

Ich denke an Willfried. Er liegt irgendwo im Osten, und nun breitet der Schnee über ihn und die ganze blutdurchtränkte Erde einen weißen Schleier. Schon fühle ich aber, wie sich neue tiefe Spuren in die Unbe­rührtheit dieser Winternacht graben.

Unaufhaltsam rollen die Panzer. Sie rollen, rollen, wenn auch der weiche, frischgefallene Schnee ihr brummendes Schnaufen dämpft. Es sind nicht mehr deutsche, es sind russische Panzer. Der Tod nähert sich unserem Land. In manch einem anderen ist er zuvor gewesen, nun kehrt er zurück.

Die erste starre, glitzernde Kälte setzt ein. Wir fahren zum Weihnachts­besuch nach Bützow . Wir wohnen wieder im ,, Deutschen Haus". Dort ist es ebenso kalt wie im Zuchthaus.

,, Sie hätten mindestens 10 Stück Brikett mitbringen müssen, wenn Sie eingeheizt haben wollen," sagt der Wirt. Seine schrägen Augen haben rote Ränder, als er flüsternd weiterspricht: ,, Mit dem Deutschen Haus' ist es vorbei. Mein Sohn ist gefallen

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Das kleine Dienstmädchen bringt den Kaffee. Er dampft in der kalten dies kleine Gaststube. Sie huscht nicht mehr so wie damals im Sommer Dienstmädchen! Sie hat von Monat zu Monat an Leibesumfang zuge­nommen. Nun geht sie schon sehr schwerfällig. Sie trägt keine Hoch­frisur mehr, das Haar hängt in unordentlichen Strähnen herunter.

Am Fenster klappern Holzpantinen vorbei. Aber man kann nicht hin­aussehen, die Scheiben sind voller Eisblumen.

Langsam schmelzen die Eisblumen auf dem Fenster des Besuchs­zimmers im Zuchthaus. Eine Kerze steht da. Wir stellen sie so, daß der Grüne auf dem Hof sie nicht bemerkt. Durch das Guckloch sehen wir hin­aus. Wir winken einander zu. Es ist Weihnachten! Brennende Kerzen schmelzen die Blumen des Todes, die aus der Kälte sprießen.

Sie gehen im Kreis, Dänen, Norweger und Deutsche . Sigurd winkt mir zu. Ist dort nicht Ejvind? Liegt nicht über seinem veränderten Gesicht ein Schein der Hoffnung, der es zu einem wahrhaft neuen Gesicht macht? Kann die Wärme eines einzigen Lichtes soviel Glaube und Hoffnung bringen, wie ich sie auf dem vor Kälte starrenden Hof eines Zuchthauses erlebe. Schon sind Sigurd und Ejvind vorbei. Schon kommt wieder ein

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