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Halt Wacht im Dunkel / Hiltgunt Zassenhaus
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Lazarett. Krankenzellen sind nicht verschlossen, nur verriegelt. Nun springt Riegel auf Riegel zurück, jede Tür wird auf einen Spalt geöffnet. Jedesmal kommt unter der weißen Schürze ein Paket zum Vorschein..

Endlich ist die letzte Krankenzellentür geöffnet und wieder geschlossen. Der Sanitäter ist nahe der Glastür. ,, Vergessen Sie sich selbst nicht, Herr Doktor!"

,, Wann kommen Sie wieder?"

,, In vierzehn Tagen. Um die gleiche Zeit."

Er winkt mir zu. Die Worte, die wir miteinander wechseln können, sind gezählt. Jede Minute, die er allein auf der Station verbringt, ist kostbar. Von der Brücke am anderen Ende des Ganges klingen Schritte herüber. Noch ein kurzer Blick durch die Glastür. ,, Auf Wiedersehen, mein Freund und danke!" Rasch gehe ich zurück und bleibe, als ein Grüner auftaucht, hinter einem Pfeiler stehen.

-

-

Ich bin im Halbdunkel. Der Grüne dreht mir den Rücken zu. Die Schritte kommen näher. Es ist kein Klappern, es sind keine Holzpantinen, keine schwarzen Uniformen mit gelben Streifen. Meine Augen weiten sich. Bin ich in einem Kinderheim?

Jungen, kaum älter als vierzehn oder fünfzehn, gehen an mir vorbei. Sie tragen Zivilzeug. Und dann noch ein älterer Herr; sein Haar ist weiß, er trägt eine Brille. Sein Anzug ist aus feinem, grauem Tuch. Ich beobachte, wie er leise zu dem Jungen, der vor ihm in der Kette ist, spricht.

Ist es der Anstaltsarzt? Ich kenne ihn noch nicht, und da ich verwirrt bin und noch an Tarald denke, trete ich auf ihn zu. Vielleicht wird er mich jetzt wegen Tarald anhören?

,, Sie sind der Arzt?" beginne ich. ,, Ich möchte Sie

Der alte Mann stutzt. Hinter den Brillengläsern zuckt es. Erschreckt fährt er zusammen und geht eilig weiter. Doch schon ist in die Reihe Un­ordnung gekommen.

Der Grüne wird aufmerksam, er entdeckt mich. ,, Wissen Sie nicht, daß es strengstens verboten ist-" brüllt er außer sich.

Ich habe Nacht und Nebel" gesehen.

,, Ich glaubte, es sei der Anstaltsarzt!" antworte ich betroffen. Aber die Augen des Wachtmeisters jagen ängstlich über Gänge und Brücken. Niemand ist in Sicht, keiner hat den Zwischenfall bemerkt. Da be­ruhigt er sich.

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,, Anstaltsarzt?" wiederholt er. ,, Nein, der Mann ist Gefangener Unter­suchungsgefangener," verbessert er sich hastig. ,, Übrigens er zieht sich

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das Koppel stramm- ,, ganz unrecht haben Sie nicht. Zwar ist er kein Arzt, aber draußen war er Professor. Nun, hier ist er gar nichts!" Er spricht die Worte gar nichts" gedehnt und stellt sich breitbeinig vor mich hin. ,, Er ist gar nichts, nur ein Gefangener!"

Nachmittags besuchen wir zwei Dänen. Der eine ist vierzehn, der andere

fünfzehn.

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