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Halt Wacht im Dunkel / Hiltgunt Zassenhaus
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Weswegen seid ihr hier?"

,, Ich habe einem deutschen Soldaten den Revolver weggenommen," ant­wortet der erste.

,, Und du?"

,, Ich habe ihn gekauft," sagt der zweite.

Zusammen mit anderen Jungen haben sie einen Verein gegründet, um den deutschen Eindringling aus dem Land zu vertreiben. Sie gaben ihm den Namen Churchill- Verein. Sie ereifern sich, als sie davon erzählen. Für sie ist es kaum mehr als ein Indianerspiel gewesen.

Der Pfarrer gibt ihnen Zigaretten. ,, Dürfen sie schon rauchen?" fragt er mich dabei.

,, Wenn sie Strafen wie Erwachsene bekommen ja!"

-

Auch dänische und norwegische Kriminelle werden, wenn sie von einem deutschen Kriegsgericht abgeurteilt worden sind, zur Verbüßung der Strafe nach Deutschland geschickt.

Wir besuchen einen Dänen, der während der Verdunkelung einen Koffer gestohlen hat. Er wurde zum Tode verurteilt, dann aber zu fünfzehn Jahren Zuchthaus begnadigt.

Er hat Augen wie eine Katze, wahnsinniges Flackern darin. Ist der Mann irre?

Er ist hungrig, rasend vor Hunger. Auf dem Gesicht liegt hektische Röte. Nicht einen Augenblick hält er die Hände still. Die Finger mit den abge­bissenen Fingernägeln streifen unablässig über die Tischfläche.

Seine Kameraden haben uns berichtet, daß er gerade zurück ,, aus dem Keller sei, Er ist vier Wochen im Arrest gewesen, weil er einem Mitge­fangenen die Zuckerration gestohlen hat.

,, Ich habe Hunger!" schreit er uns entgegen.

Wir geben ihm Brot. Doch seine Augen lassen nicht ab von unseren Taschen und Koffern. Über ihm liegt wilde Entschlossenheit, als sei er bereit zu allem. Verstohlen steckt er dem Pfarrer einen Zettel zu. Abends lese ich ihn: ,, Ich suche einen Weg zu Gott. Ich lese jeden Tag im Neuen Testament . Besuchen Sie mich oft und helfen Sie mir, ein wahrer Christ zu werden!"

Dárunter schreibt er: ,, Haben Sie Priem?"

Im Männerzuchthaus brüllen die Grünen über Gänge und Brücken. Im Frauengefängnis tuscheln die Wachtmeisterinnen in den Ecken.

Drei Frauen in Ketten und mit abgeschorenen Haaren tauchen vor mir auf, als ich nach der Oberin frage.

,, Versetzt," sagt die Hauptwachtmeisterin. ,, Warum?"

,, Das kann ich Ihnen nicht sagen," ist die kühle Antwort.

Was ich damals errate; erfahre ich später. Meine Freundin hat sich ge­weigert, die neue Strafmaßnahme, die bei Fluchtversuch angewandt wird, durchzuführen. Wer hat sie erlassen? Der Chef, Berlin ? Eines Tages ist die

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