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Hinter dem Wirt huscht ein kleines, unscheinbares Wesen hinein. ‚Das
„ Personal! Sie trägt eine Hochfrisur. Das Haar ist halb aufgesteckt und sieht
in langen Strähnen aus den Kämmen hervor.
Das Rollen des Leiterwagens ist verklungen. Es klappert über die Straße: Holzpantinen. Ein müdes, beharrliches Klappern. Ich ziehe die Schalgardine beiseite. Es sind Frauen. Drei gehen voran, ihre Arme sind in Ketten. Sie tragen kein Kopftuch; der Kopf ist kahlgeschoren. Warum? Haben Sie einen Fluchtversuch gemacht?:
Der Wirt bringt das Brot.„Sehen Sie!” Ich zeige auf die Frauen in Ketten.
„Ach so!” antwortet er.„Die kommen. jeden Morgen vorbei.“
Im weiten Abstand folgen die anderen Frauen. Sie tragen Kopftücher und blaue Kleider; die Gesichter sind blaß und gedunsen; sie blicken vor sich hin. Sie haben keine Strümpfe an. Auf dem Fußsteig zu beiden Seiten gehen die Aufseherinnen.
Unmöglich, daß meine Freundin, die Oberin, die drei Frauen in Ketten gelegt hat.
„Lassen Sie uns heute nachmittag die weiblichen skandinavischen Ge- fangenen besüchen,” schlage ich dem Pfarrer vor.
Müde schleppt sich der Zug Frauen am Fenster vorbei.
Das kleine Dienstmädchen fährt eilig mit dem Besen durch die Gast- stube, stößt ein Fenster auf und schlägt den Besen ab. Da richten sich die Blicke der Frauen auf sie. Das kleine Dienstmädchen aber zieht eilig das_ Fenster wieder zu, sieht zum Vorhang und horcht, ob sie die Schritte des. Wirtes hört. Hastig: holt sie aus der Tasche der schmutzigen Schürze einen Spiegel, nimmt Kämme und Klammern zwischen die Zähne und beginnt, ihr Haar zu machen.
Die Blumen sind noch frisch. In der Nacht haben sie in der Waschschale gestanden. Sie sind aus unserem Garten. Ich weiß nicht einmal alle ihre Namen, sie duften nach Frühling. Und: die ersten Blumen des Sommers sind dabei: Goldlack.:
Die erste Abteilung Eure macht die Runde. Wir kommen an ihnen ‚vorbei; es sind deutsche und polnische Gefangene. Der Blumenstrauß ist in Zeitungspapier gewickelt. Die Hand umklammert den Griff des schweren Koffers. Nur der kleine Finger ist noch frei, die Blumen zu halten.
Sie fallen zu Boden, das Zeitungspapier rollt auf. Farben und duftender Frühling auf dem steinigen Hof eines Zuchthauses!. Gerät die Runde ins Stocken? Hunderte von Blicken richten sich auf den kleinen Fleck Leben.
” Durch das offene Fenster des Besuchszimmers dringt leise Orgelmusik. Es ist Sonntag. Im Kirchensaal des Züchthauses ist Gottesdienst. Nicht für die Ausländer, auch nicht für alle deutschen Gefangenen.
Es wird stiller im Besuchszimmer. Ich trete ans Fenster.
Da sehe ich, wie einer allein im Kreise geht, es ist Tarald. Er wird zur Freistunde geschickt, wenn der Hof leer ist: Geistesgestörte verwirren die
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