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Im Radio ist Marschmusik. Plötzlich bricht sie ab. Eine Sondermeldung ,, Soeben hat der Führer verfügt, daß die allgemeine Wehrpflicht von einem Jahr auf zwei Jahre ausgedehnt wird." Trommeln, Fanfaren und Märsche, Märsche, Märsche!
Der Unteroffizier blickt von den Entlassungspapieren auf. Er sieht meinen Bruder an, nimmt die Papiere und reißt sie entzwei. Die Fetzen flattern zu Boden. ,, Noch ein Jahr!" Der Unteroffizier lacht stumpfsinnig. So hämmert es im Vierertakt aus dem Radio weiter, Jahr um Jahr. So war es gestern, so ist es heute, und so wird es morgen sein. Bis
endlich
Die Kartotheken in den Schreibstuben der Kasernen füllen sich. Soldaten, Soldaten. In den Schreibstuben der Gefangenenbaracken bullern die Kanonenöfen im Winter, preßt drückende Schwüle im Sommer. Arbeitssklaven aus allen Ländern.
In der Schreibstube sitzen die Wächter des Heeres der Unterdrückten. Sie machen ihren Dienst, gut oder schlecht. Aus dem Volksempfänger über dem Schreibtisch trommelt es: Stumpfsinn, Stumpfsinn
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Sie pferchen uns ein den Bruder, das eigene Volk und die eroberten Völker. Uber allen Bedrückern und Unterdrückten liegt das Netz der Gestapo. Wo ist die Gestapo ? Wer ist sie? Unkenntlich ist ihr Gesicht, sie trägt die glatte Maske des Durchschnittsbürgers.
,, Sie werden gebeten denken. Erst das Heute
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morgen
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nicht daran
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,, Sie sind so weit," sagt der Hauptwachtmeister. Er ist jetzt allein mit dem Pfarrer und mir. Es klappert, scharrt und klirrt hinter der Wand. Holzpantinen, Schemel und Eẞbestecke.
Wir stehen auf. Ich halte die Hand über die Ritze der Mappe, aus der es rot hervorlugt. Der Hauptwachtmeister scheint es nicht zu bemerken. Er macht sich mit einer alten leeren Konservendose zu schaffen, die auf der Fensterbank steht. Er läßt sie mit Wasser vollaufen. Er behält sie in der Hand, als er zum Schlüsselbund greift und uns vorangeht, über den dunklen Gang zur verriegelten Tür. Polternd gebietet er dem Schäferhund, sich in die Schreibstube zurückzuziehen. Dann senkt er die Stimme, zum erstenmal höre ich ihn leise sprechen. Er hält mir die Konservendose entgegen. ,, Ich sorge für die Vase," sagt er. ,, Und Sie für die Blumen!" Er zeigt mit der Hand zurück zum Ausgang, in Richtung der Werkhalle, in die der Mann in Zivil vor wenigen Augenblicken entschwunden ist. ,, Der merkt es nicht! Solange ich hier bin, kommt er nicht weiter in die Baracke als bis zu mir in die Schreibstube."
Der Zug verlangsamt die Fahrt. Die Trümmer beginnen. Gespenstisch fließt das Licht des Mondes über leere Häuserfassaden. Morgen muß ich zur Gestapo . Ich schließe die Augen.
,, Ausgeschlossen!" hat Eilif gesagt. ,, Onkel Hans kann es nicht ge
wesen sein."
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