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Halt Wacht im Dunkel / Hiltgunt Zassenhaus
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Ein Päckchen aus Dänemark Schokolade! Ein Brief dabei: ,, Hier wird sie knapp, aber gerade heute habe ich zufällig welche bekommen. Du sollst sie haben." Für den nächsten Tag ist eine Reise nach Rendsburg geplant.

Je mehr ich mit meiner Arbeit verwachse, je größere Forderungen sie an mich stellt, desto häufiger ereignet sich das, was mir anfangs als Zufall, aber im Laufe der Zeit wie wundersame Fügung erscheint. Es ist, als ob wir, haben wir nur einmal eine bestimmte Richtung gewählt, durch un­sichtbare Hände geschoben werden. Die Hilfe, die wir anderen bringen wollen, wird uns selbst zuteil. So ist sie nur ein Weitergeben.

Immer mehr richten sich Frederiks Gedanken auf das, was kommen muẞ. Zwischen Leben und Tod beginnt ein Kampf. Zum erstenmal erlebe ich aus unmittelbarer Nähe, wie schwer das Sterben ist. Ich bin selbst noch jung. Das Leben steht mir auch in dieser Zeit, in der in der Luft das Sterben ist oder vielleicht gerade deswegen so viel näher. Oft ver­stumme ich daher, wenn der Pfarrer mit Björn spricht und ich an Frederiks

Bett sitze.

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Ich rechte mit dem Schicksal, das uns einen Kämpfer des Friedens ent­reißen will. Wir können keinen einzigen mehr entbehren! Zu viele sind schon von uns gegangen. Frederik scheint meine Gedanken zu lesen, denn aus tiefem Schweigen heraus sagt er: ,, Du glaubst also nicht, daß ich nach Hause komme?"

Ich zögere mit der Antwort. Dann sage ich: ,, Ich hoffe es, Frederik. Es warten noch viele Aufgaben auf dich." Und in einem plötzlichen Ver­trauen fahre ich fort: ,, Manchmal fürchte ich mich vor dem Tag, an dem der Bann, der über diesem Land liegt, gebrochen ist!"

Ich sehe zum Fenster, vor dessen Gitter Nebel liegt. Es wird Herbst. Frederik sieht mich unverwandt an. ,, Warum zweifelst gerade du?" Er richtet sich auf. ,, Wenn der Tag gekommen ist, steht ihr nicht allein. Wir sind da. Wir werden euch helfen, den Frieden zu gewinnen, obgleich--" Ein Hustenanfall unterbricht ihn.

Er greift nach einem Tuch, es ist voller Blutflecken. Er spricht nicht mehr viel. Er scheint meine Anwesenheit vergessen zu haben, denn er sagt wie zu sich selber: Könnte ich nur noch einmal Eva und die Kinder wiedersehen" Er ist weit fort von hier und doch so gebunden an diese Zelle.

Ich sehe mich um, als ob das Gefühl der Verlassenheit, das über mich kriecht, nach einem Gegenstand sucht, der Trost zu spenden vermag. Da ist das Spind. Daneben steht auf dem vom vielen Feulen stumpf und rissig gewordenen Linoleumboden die Essenschale. Sie ist noch halbvoll. Der Holzlöffel liegt festgetrocknet in einem grauen, unbestimmbaren Brei. Wie schlecht muß es mit einem Gefangenen stehen, wenn er die Schale nicht leer iẞt!

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