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Halt Wacht im Dunkel / Hiltgunt Zassenhaus
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anstalt überwiesen werden, doch gelingt es, die Generalstaatsanwaltschaft zu überzeugen, daß es während des Krieges ,, ratsamer sei, die ohnehin schon überlaufenen deutschen Heilanstalten nicht noch unnötig mehr zu belasten, sondern die Norweger in die Heimat abzuschieben."

Anträge auf Strafaussetzung sind eingereicht. Aber der Weg ist weit und der Amtsschimmel zäh und träge.

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Wir versuchen, unseren Freunden wenigstens einen Teil der Güte zu erweisen, die sie erfahren hätten, könnten sie nur zu Hause sein. Und. dennoch die Tage, die sie verlassen in der Zelle liegen, sind lang. Der September vergeht in goldener Bläue. Sie zählen Stunde um Stunde die Schläge der Turmuhr. Vom Kieler Kanal tönen die Schiffspfeifen zu ihnen herüber.

,, Sie fahren noch Norden", sagt Björn.

Die Schiffspfeifen verklingen in der Ferne, nur die Schläge der Uhr begleiten sie Tag und Nacht.

Wenn Björn morgens den Zug über die Rendsburger Brücke donnern hört, stellt er sich ans Fenster und hält eine halbe Stunde lang ,, Wache". Jedesmal, wenn sich das schwere eiserne Tor öffnet und Björn sich voller Spannung vorbeugt, um hinüber zum Eingang zu sehen, fragt Frederik: ,, Kommen sie?"

Wenn wir gegen halb elf auf den Hof treten, geht unser Blick zum ersten Stock. Strahlende Augen hinter einem vergitterten Fenster. Björn winkt uns zu. Da wir keine Hand frei haben, schwenken wir ein wenig die schweren Koffer und Mappen. Das ist unser Gruß.

Wir brauchen noch nicht einmal zu befürchten, daß die vielen unsicht­baren Augen des Zuchthauses bemerken, wem er gilt. Denn unter dem Lazarett sitzt die Verwaltung, vorne am Pult der alte Justizsekretär, der zuständig ist für die Briefe der Gefangenen. Er fühlt sich mir daher be­sonders verbunden und kann es sich gar nicht anders denken, als daß wir ihm zunicken. Er erhebt sich dann, mit ihm das Personal. Halb zum Fen­ster gewendet, die linke Hand auf der Lehne, heben sie den rechten Arm zum Deutschen Gruß! Ich glaube, dem nichtsahnenden Björn wird es warm ums Herz, wenn er in unsere lachenden Gesichter sieht!

Björn pflegt Frederik, wie ein Sohn seinen Vater nicht besser zu pflegen vermag. Doch die Zellenluft ist schlecht. Und die Krankenkost? Ein halber Liter Milch täglich. Sie erhalten auch einen halben Liter Suppe mehr. Oder ist es sogar ein ganzer Liter? Wasser und Kohlblätter!

Doch im Spind, hinter der Essenschale versteckt, steht die gelbe Dose! Sie kam von ,, draußen", mit Schokolade gefüllt. Nie wird sie leer! Immer kommt etwas zur rechten Zeit, als ob die ganze Welt weiß, daß wir in diesen Wochen besonders viel gute Dinge brauchen.

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