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Halt Wacht im Dunkel / Hiltgunt Zassenhaus
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Wir rufen. Wir drücken das Gesicht gegen die Scheiben des Wohn­hauses. Nichts regt sich. Die großen Stuben im Erdgeschoß stehen leer. Wir fangen an, Steine gegen die Fenster des ausgebauten Giebels zu werfen. Da endlich nähern sich schlurfende Schritte. ,, Wer da?" ruft eine miẞmutige Stimme.

Die Tür öffnet sich, der Grüne ist verwirrt. Den Pfarrer beachtet er nicht, der ist Norweger. Aber ich, die Deutsche , bin von der Polizei! Wenn ich nun dem Chef der Rendsburger Anstalt berichte, daß er schläft, statt zu wachen?

,, Ich war oben bei den Büchern", stottert er dienstbeflissen. ,, In dies gottverdammte Nest kommt sonst nur einmal im Monat der Chef."

Er reißt die Tür zum Wohnzimmer auf. Darin ist Platz für viele, aber es ist leer. Stimme und Schritte hallen über den Boden. Nur ein gewaltiger, dunkelgrüner Kachelofen steht in der Mitte der Stube; früher haben sich im Winter die Kinder darum gehockt, und die Alten haben ihnen in der Dämmerung Märchen erzählt.

Plötzlich weiß ich, warum keine Kinderfüße mehr über die Diele trappeln, warum die Wohnstuben im Fachwerkhaus leerstehen, warum Stimme und Schritte hallen neben dem Kamin ist mit Heftzwecken eine Postkarte an die Wand gepinnt: das Bild eines Mannes mit aufgeschlagenem Mantelkragen, die Arme verschränkt. Starre Augen blicken mich an

-

Ich drehe mich um zu dem Grünen. ,, Führen Sie uns zu den Ge­fangenen!"

Der Steinboden ist feucht im Stall. Es ist ein einziger, großer Raum, darüber der Dachfirst. Grobbehauene Holzpfeiler führen hinauf und stützen das Dach ab. In der Mitte des Stalles hängt an einer langen Schnur eine kleine Glühbirne. Durch die vergitterten, schmutzigen Scheiben dringt das trübe Licht eines Regentages herein. Wie verloren in der Weite des Rau­mes treten zerlumpte Gestalten aus dem Dunkel des Stalles näher herzu. Es mögen etwa zwanzig sein.

,, Lassen Sie uns allein!"

Der Grüne zieht sich eilfertig zurück. ,, Ich muß Sie mit einschließen. Klopfen Sie gegen die Tür, wenn Sie wieder rauswollen." Der Hebel rasselt herunter. Noch stehen die Gefangenen unbeweglich im schwachen Schein der Birne, als ob unser Kommen etwas Unwirkliches wäre, das wieder vergeht, wenn eine Stimme die Stille durchbricht.

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,, Es ist Sonntag", sagt der Pfarrer. Da strecken sich uns die Hände ent­gegen. Das Licht erreicht noch gerade einige Holzbänke. Ein Brett und vier Stöcker das ist der Tisch. Im Halbdunkel stehen Pritschen über­einander getürmt. Von den Pfosten bis zu den Holzpfeilern sind zusammen­geknotete Papierbindfäden gespannt. Einiges Zeug hängt darüber. Tropf

ch. k, hohl,

tropf

-

es rinnt auf den Steinboden.

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