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Halt Wacht im Dunkel / Hiltgunt Zassenhaus
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Auf der Straße irrt eine Frau. Der Rauch in den dunklen Gängen des Hauses hat sie zurückgetrieben. Vergebens suchte sie nach dem Bild. Nun sieht sie die vorbeieilende, triumphierende Menge, hört das Winseln des braunen Mannes. Die Kinder findet sie nicht.

Auf dem Pflaster liegt ein Granatarmband; der rote Stein leuchtet auf in der Glut. Briefe liegen verstreut daneben und ringeln sich in der Hitze. Sie begreift.

Krachend stürzt eines der flammenden Häuser zusammen. Die Menge flutet weiter. Die Frau sucht nicht länger nach den Kindern. Die Augen sind blicklos, die Tränen versiegt.

an.

Sie schließt sich dem unaufhaltsam vorwärtsdrängenden Menschenstrom Die Lippen murmeln in steter Einförmigkeit: ,, Er hat mir alles ge­nommen den Mann, das Heim und die Kinder. Der braune Mann hat mir alles genommen

-

Hämmert die Stimme unten noch im monotonen Einklang oder träume ich schon im unruhigen Schlaf?

Meine Mutter steht vor mir, als ich erwache.

,, Es ist dunkel", sagt sie. ,, Bald ist es so weit."

Ich halte ihre Hand fest und suche den Weg zurück in den Traum. Denn ich habe vom Frieden geträumt!

,, Es ist wohl nicht genug, vom Frieden zu träumen?" ,, Man muß ihn wollen und um ihn kämpfen!"

,, Mitten im Krieg?"

,, Gerade jetzt! Jeden einzigen Tag

Die Totengräber sind an der Arbeit.

-

Sieben lange Tage ist der Himmel finster. Sieben lange Nächte leuchten die Wolkenberge aus Rauch in dunkelroter Glut.

Lastwagen rollen aus der brennenden Stadt. Am Wege stehen angst­verzerrte Gestalten und halten die Wagen an: ,, Nimm mich mit, Kamerad!" Sie bieten Geld, drängen es dem Fahrer auf. Der winkt nur müde ab: ,, Wozu Geld? Steig auf, aber rasch!"

Weiter, weiter! Die durchlöcherten Fassaden beben, wenn die Menschen­fuhren durch die Straßen rollen. Mauern schwanken oder krachen donnernd

zusammen.

Die Totengräber sind an der Arbeit.

Bagger stampfen und stoßen. Die Schaufeln fressen sich in den Schutt. Aus den Kellern dringen noch Schreie, aber darüber türmen sich Trümmer zu klotzigen Kloben. Die Fabriken liegen still.

Vor den Barackenlägern stehen die Fremdarbeiter. Auf ihre Jacken heftete man ihnen ein gelbes Schild mit violettem Rand und einem P darin. Oder sie tragen am linken Ärmel einen blauen Flecken mit dem eingewirkten

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