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Halt Wacht im Dunkel / Hiltgunt Zassenhaus
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gegen:Halten Sie sie nur einen Augenblick lang. Sie weist auf die Kleinen:Und achten Sie auf die Kinder ich bin gleich zurück. Dann stürzt sie zurück ins dunkle Haus, dem rauchenden Keller ent- gegen, um das Bild zu suchen, das ihr bei der Flucht entglitt. Die Kinder halten sich an der Hand und warten klopfenden Herzens auf die Mutter. Die Menge flutet an ihnen vorbei. Etwas weiter weg ordnet sie sich zum Gänsemarsch. Sie hören sie rufen:Phosphor! Gebt acht

auf die Schuhe! S: Es kracht im Gebälk der brennenden Häuser. Die lodernden Flammen

geben einen fauchenden Ton. Die Gesichter sind in der glühenden Hitze

angst- und schmerzverzertt. Gespenstisch zieht der lange Zug einer nach dem anderen dahin. Bläulich zuckt es auf. Ein wilder Schrei der Zug drückt sich in einer Wellenbewegung zur Seite.

Ängstlich drängen sich die Kleinen an den braunen Mann. Der aber stößt sie beiseite und will im Gewirr der Menge verschwinden. Die Tasche klemmt er sich unter den Arm.

Die Kinder fangen an zu schreien. Der Älteste reißt sich von den beiden anderen los, verfolgt den braunen Mann und ruft mit weinender Stimme: Mutters Tasche! Gib Mutters Tasche!

Durch den Gänsemarsch ist der Strom von Menschen ins Stocken ge- raten. Sie werden aufmerksam auf das schreiende Kind und den hastig davoneilenden Mann.

Frech glitzern die Schnüre im flammenden Licht!

Da geht durch die Menge eine Bewegung, ein Zucken. Sie denken: nicht nach, doch sie handeln in der plötzlichen Erleuchtung eines Augenblicks, die sie das begangene Unrecht erkennen läßt, die ihnen wilde Entschlossenheit verleiht, es zu sühnen.\

Es ist das Werk von Sekunden. Sie stürzen sich auf den braunen Mann. Sie packen ihn, der sich wie rasend wehrt, sie halten ihn fest, werfen ihn über die Schulter. Da bittet er feige winselnd um Gnade. Doch in dieser Nacht werden die Taten des braunen Mannes der. Menge sichtbar. Sie rasen mit ihm den Flammen entgegen. 5

Sie schleudern ihn hinein in den fauchenden Brand. Die Hände zittern wie im furchtbaren Krampf. Über die schmerzverzerrten Gesichter weht ein irres Lachen. Rache, Rache! Sie haben den braunen Mann ins Feuer geworfen.: Nun mögen die Flammen gen Himmel lodern!

Wer kümmert sich noch um die Kinder? Der Junge läuft zurück zu den wartenden Kleinen. Sie stürzen ins dunkle. Haus. Nur zurück zu Mutter, fort von der schreienden Menge! Weinend klettern sie durch die

Wanddurchbrüche auf den Keller zu. Sie rufen:Mutter! Mutter! Wir»-

haben Angst!" Rauch und Flammen schlagen ihnen entgegen. Sie sinken bewußtlos

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