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Halt Wacht im Dunkel / Hiltgunt Zassenhaus
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Ein Gesicht taucht vor mir auf, fast noch ein Kindergesicht. Ernste Augen und ein einsamer Zug um den Mund. Und in Gedanken gehe ich weiter von Zelle zu Zelle. Auf jeder Pritsche hockt eine Gestalt. Sie horcht in die Nacht. Wann kommen sie? Motorengeräusche? Bomber? Nein, silbriges, leises Surren. Nur Aufklärer!

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Plötzlich verschlägt es mir den Atem. Ich gehe hinaus. Eilig. Die Nacht ist sternenklar und tiefstill. Aber die Angst lebt weiter in mir. Bomben morgen irgendwann. ,, Die werden fallen. Es wird beginnen. Heute Mauern werden bersten!" schreibt Tarald. Die Zellen sind verschlossen und verriegelt. Wer wird sie öffnen?

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Endloser blauer Sommerhimmel! Doch im Zuchthaus ist immer kalt.

es noch

,, Den Chef können Sie nicht sprechen. Der ist auf Dienstreise. Aber Herr Fuchs ist da."

Fuchs ist die rechte Hand des Chefs. Bei ihm laufen alle Fäden der Verwaltung zusammen. Auf seinem Schreibtisch häufen sich Stapel von Akten und Papier, Meldungen der Wachtmeister über angebliche oder tat­sächliche Vergehen der Gefangenen. Fuchs behält sich selbst die Abstra­fung vor. Er ist in der Verteilung von Strafen ebenso großzügig wie jedes andere deutsche Gericht. Bis zu vier Wochen Arrest können in der An­stalt vergeben werden. Fuchs macht es selten unter einundzwanzig Tagen. Er ist oft krank, immer leidend. ,, So lerne ich Sie doch auch einmal kennen", sagt er mit etwas krächzender Stimme zu mir. ,, Ich habe bereits von Ihnen gehört." Der Ton, in dem dies gesagt wird, ist doppeldeutig, als wolle mir Fuchs zu verstehen geben, daß er meine geheimsten Gedan­ken und Pläne bereits durchschaut hat.

Ich öffne die Handtasche und nehme Taralds Brief hervor. ,, Ich möchte mit Ihnen sprechen wegen eines Gefangenen."

,, Aha! Eine Beschwerde?" Die Stimme wird etwas verbindlicher. ,, Nun, da kann ich Ihnen ja sagen, daß ich mich schon gewundert habe, daß wir noch keine Meldung von Ihnen erhielten." Er streckt die Hand nach dem Brief aus: ,, Geben Sie her! Den Mann werden wir gleich haben."

,, Sie irren! Es handelt sich nicht um eine Beschwerde." Ich trage Fuchs Taralds Fall vor.

,, Geistesgestört? " fragt Fuchs verständnislos. ,, Wir haben keine Geistes­gestörten. Das Zuchthausreglement schreibt vor, daß sie aus der Haft zu entlassen sind."

,, Eben darum komme ich zu Ihnen. Der Gefangene hat schon früher einmal zwei Jahre in Norwegen in einer Heil- und Pflegeanstalt verbracht." Fuchs klingelt und läßt sich Taralds Akte bringen. ,, Wahrscheinlich ein Simulant", meint er gähnend. ,, Alle Norweger sind Simulanten. Haben Sie das noch nicht bemerkt?"

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