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Nacht und Nebel : Aufzeichnung aus fünf Jahren Schutzhaft / Arnold Weiss-Rüthel
Entstehung
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seines Blockes, die ihm nicht paßten, auf Transport" zu schicken, eine Möglichkeit, von der jeder anständige Block­älteste nur in den alleräußersten Fällen Gebrauch machte, setzte er meinen Namen auf die Liste eines Straftransportes nach dem berüchtigten Lager Groß- Rosen, wo schon viele Häft­linge in den Granit- Steinbrüchen zugrunde gegangen waren. Als ich von dieser Maßnahme Kenntnis erhalten hatte, setzte ich mich zur Wehr. Ich hatte auch gelernt, daß es keinen Sinn hatte, sich willenlos den Entschlüssen anderer zu beugen. Ich ging zu Harry Naukus, dem Lagerältesten, und erklärte die Sachlage. Naukus war Kommunist. Er machte nicht viele Worte, strich meinen Namen von der Transportliste und ord­nete meine sofortige Versetzung nach einem anderen Block an. Nickel mußte einsehen, daß er nicht allmächtig war. Ich über­siedelte auf den Studentenblock, der von dem Metallarbeiter Paul Gmeiner geleitet wurde, einem Mann, der in allem das Gegenteil von Nickel war.

Die Baracke wurde fast nur von tschechischen Studenten be­wohnt. Die Gesamtzahl der damals im Lager befindlichen Studenten der Universitäten Prag und Brünn belief sich auf etwa 2000. Der Anlaß zu ihrer Verhaftung ist bekannt. Unter dem Vorwand angeblicher tumultuarischer Ausschrei­tungen bei der Beerdigung eines von den Deutschen ermor­deten Hochschülers, in Wirklichkeit aber in der Absicht, die tschechische Intelligenz zu vernichten, hatte man alle diese jungen, in ihrer geistigen Entwicklung stehenden Menschen, im Herbst 1939 nachts in ihren Studentenheimen überfallen, verhaftet und nach den Konzentrationslagern Dachau , Sachsen­hausen und Buchenwald verschleppt. Vielen hatte man bei der Durchführung dieser Aktion nicht einmal Zeit gelassen, sich anzuziehen; in Schlafanzügen, Pantoffeln, sogar barfuß wurden sie weggetrieben. Überall, wohin die Polizeitruppen Hitlers kamen, war es das gleiche Verfahren; in Polen , in der Tsche­chei, in Norwegen , überall mußten die Angehörigen der Hoch­schulen, Lehrkörper und Studenten, in die Gefangenschaft wandern. Was ein derartiger Eingriff in das Leben eines

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