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Nacht und Nebel : Aufzeichnung aus fünf Jahren Schutzhaft / Arnold Weiss-Rüthel
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was gibt es bequemeres, als jemanden umzubringen, wenn man davon überzeugt ist, daß dieser Jemand nicht mit allem einverstanden ist, was zu tun man selbst für das einzig Rich­tige hält.

Hitler war nicht so dumm, die Zahl seiner Gegner zu ver­kennen. Er rechnete, daß nicht einige, sondern viele um­gebracht werden mußten, und zwar fortlaufend, denn mit einem Male war das Geschäft nicht zu bewältigen. Es mußten also Orte und Einrichtungen geschaffen werden, mit deren Hilfe diese Massenabschlachtungen technisch durchführbar

waren.

Die Orte waren die Konzentrationslager; die Einrichtungen waren die Lagerkrematorien, die Fabriken des Todes. Man hat einmal gesagt, daß der Mord sich nicht organisieren ließe, er würde immer eine Einzelerscheinung bleiben. Die Konzentrationslager, Schauplätze von Blut und Schrecken, be­weisen den grausigen Irrtum dieses Glaubens.

Gewiß, heute, da ich dies schreibe, herrscht ein allgemeines Entsetzen und ein ungeheurer Abscheu vor dem blutigen Handwerk der Gestapo , aber damals, da es vielleicht noch möglich gewesen wäre, den Anlaß dieses posthumen Ent­setzens zu verhindern, konnte sogar ein so großer Dichter wie Knut Hamsun es mit seinem Gewissen vereinen, die Konzen­trationslager Adolf Hitlers als eine segensreiche Einrichtung anzuerkennen.

Als Hitler und Himmler die Technik der Vernichtung politi­scher Gegner ausarbeiteten, war der Ort, an dem ich später Zeuge von der Wirksamkeit dieser Errungenschaft werden sollte, eine schuldlose Wildnis.

Das Waldstück von Sachsenhausen, am Nordrand der Stadt Oranienburg beginnend, durchschnitten von der Straße Sachsen­hausen- Schmachtenhagen, im Osten begrenzt von dem aus dem Lehnitzsee kommenden Hohenzollernkanal und im We­sten von der Bahnlinie Oranienburg - Löwenberg, gehörte bis zum Jahre 1935 der Stadtgemeinde Oranienburg und diente ruhebedürftigen Pensionären und ehemaligen Hofbeamten,

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